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So geht SchulöffnungMatura, Abstand, Masken – was geregelt ist und was nicht

Der Bundesrat gibt vor, unter welchen Bedingungen der Unterricht wieder aufgenommen werden kann.

Keine Distanzvorschriften zwischen den Kindern: Primarschüler können ab dem 11. Mai  wieder in zur Schule gehen.
Keine Distanzvorschriften zwischen den Kindern: Primarschüler können ab dem 11. Mai wieder in zur Schule gehen.
Foto: Christian Beutler/Keystone

Wie geplant wird am 11. Mai der Präsenzunterricht an den Primar- und Sekundarschulen wieder aufgenommen. Dafür gelten ebenfalls Schutzkonzepte. Die Kantone und Gemeinden werden die Umsetzung regeln. Der Bund müsse nicht jedes Detail regeln, sagte Sommaruga. Es gelte, den spezifischen Bedürfnissen von Kindern, Eltern und Lehrerschaft entgegenzukommen.

Auch an Gymnasien sowie an Berufs- und Hochschulen dürfen ab dem 11. Mai wieder Veranstaltungen mit bis zu fünf Personen abgehalten werden. Prüfungen dürfen durchgeführt werden, sofern die Abstands- und Hygieneregeln eingehalten werden. Präsenzveranstaltungen in grösseren Gruppen dürfen voraussichtlich ab dem 8. Juni wieder stattfinden.

Kantone können auf schriftliche Maturitätsprüfungen verzichten

Laut Wirtschaftsminister Guy Parmelin hat sich der Bundesrat bei der Durchführung der schriftlichen Maturitätsprüfungen für eine föderalistische Lösung entschieden. Die Landesregierung überlässt den Kantonen die Wahl, ob sie dieses Jahr schriftliche Maturitätsprüfungen durchführen wollen.

Der Bund habe klargestellt, dass er dem Wunsch der Kantone und damit dem Vorschlag der Konferenz der kantonalen Erziehungsdirektoren (EDK) folge, sagte Parmelin am Mittwoch vor den Medien in Bern. Die Kantone könnten dadurch nuancierte Entscheide in Bezug auf die Prüfungsmodalitäten abgestimmt auf ihre Bedürfnisse treffen.

«Die Frage der Prüfungen hat zu viel Verwirrung geführt in den vergangen Wochen, das bedauern wir.»

Guy Parmelin, Wirtschaftsminister

Mündliche Prüfungen finden laut Parmelin generell nicht statt. Für die Berufsmaturität hat der Bundesrat beschlossen, in der ganzen Schweiz auf die kantonalen Prüfungen zu verzichten. Stattdessen gelten Erfahrungsnoten. Das gilt ebenfalls für Kantone, welche die schriftlichen Maturitätsprüfungen wegfallen lassen.

Weiter entschuldigte sich der Bundesrat für die Verwirrung über die Prüfungsmodalitäten. «Die Frage der Prüfungen hat zu viel Verwirrung geführt in den vergangen Wochen, das bedauern wir», sagte Parmelin.

Berufsmaturität mit Erfahrungsnoten

Für die Berufsmaturität hat der Bundesrat beschlossen, in der ganzen Schweiz auf die kantonalen Prüfungen zu verzichten. Stattdessen gelten Erfahrungsnoten. Dadurch wird laut Bundesrat die Chancengleichheit für alle Berufsmaturandinnen und -maturanden und die Vergleichbarkeit der Abschlüsse gewährleistet.

Für die Berufsmaturität ist der Bund zuständig. Bei der gymnasialen Maturität sind die Zuständigkeiten zwischen Bund und Kantonen geteilt.

Verzicht auf Distanzvorschriften in der Schule ist entscheidend

Der Verzicht auf Distanzvorschriften für die Wiederaufnahme des Präsenzunterrichts in der obligatorischen Schule ist nach Einschätzung der Schweizerischen Konferenz der kantonalen Erziehungsdirektoren (EDK) für die Kantone entscheidend. Nur so sei der Präsenzunterricht überhaupt möglich.

Die EDK begrüsst gemäss einer Mitteilung vom Mittwoch das nationale Schutzkonzept des Bundesrates zur Wiederaufnahme des Präsenzunterrichts. Es lasse den Kantonen den nötigen Spielraum für die Umsetzung.

Mit dem neuen Schutzkonzept habe das Bundesamt für Gesundheit (BAG) die wichtigsten Eckwerte zur Wiedereröffnung des Präsenzunterrichts definiert. Es stelle den Schutz der Schülerinnen und Schüler sowie der Lehrpersonen durch praktikable und umsetzbare Massnahmen sicher.

Gemäss diesem Konzept sind keine Distanzvorschriften zwischen Schülerinnen und Schülern vorgesehen. Dies sei eine zentrale Voraussetzung für die Wiederaufnahme des Präsenzunterrichts.

Das Konzept geht davon aus, dass Kinder viel weniger häufig erkranken als Erwachsene. Kinder hätten zudem meist mildere Verläufe mit wenigen oder keinen Symptomen und würden aus physiologischen Gründen für die Übertragung des Virus keine wesentliche Rolle spielen, heisst es im Schutzkonzept.

Kinder könnten zur Schule gehen, so lange sie nicht krank seien und nicht mit einer an Covid-19 erkrankten Person in einem Haushalt lebten. Kinder mit einer Grunderkrankung sollten sich an die grundsätzlichen krankheitsbezogenen Schutzmassnahmen halten.

Auf Grund des geringen Risikos sollten sich die Kinder insbesondere der tieferen Klassen der obligatorischen Schule möglichst normal im Klassenverbund, auf dem Schulweg und auf den Pausenhöfen verhalten und bewegen können.

Auch Masken können Thema sein

Alle Personen, die in einem Schulhaus verkehren, sollten die Verhaltens- und Hygieneregeln einhalten und in der korrekten Durchführung geschult werden. Kinder sollten auch dazu angehalten werden, kein Essen oder Getränke zu teilen. An sensiblen Punkten beispielsweise im Schulhaus sollten Hygienestationen zur Verfügung stehen. Allerdings sollten Kinder nur in Ausnahmefällen Desinfektionsmittel benutzen.

Oberflächen wie Treppengeländer oder Türfallen sollten mehrmals täglich gereinigt werden. Räume sollten regelmässig und ausgiebig gelüftet werden. In gewissen Situationen könnten für Menschen, die älter als 16 Jahre sind, das Benutzen von Masken in Betracht gezogen werden, heisst es weiter.

Dies jedoch ohne Verpflichtung, die Abstands- und Hygieneregeln blieben weiterhin die effizientesten Schutzmassnahmen. Auch sollten Masken im Schulhaus zur Verfügung stehen, etwa wenn Personen im Schulhaus symptomatisch würden, für den Gebrauch auf dem Heimweg oder etwaige Warteperioden im Schulhaus. Erwachsene, die nicht direkt im Schulbetrieb involviert seien, wie beispielsweise Eltern von Kindern, sollten das Schulhausareal meiden.

SDA

7 Kommentare
    Jürg Egger

    Zitate BAG: "Kinder könnten zur Schule gehen, so lange sie nicht krank sind, und nicht mit einer an Covid-19 erkrankten Person in einem Haushalt leben" Und beim nächsten Thema: "Man weiss nicht ob man das Virus in sich trägt auch wenn man keine Symptome hat". Widerspruch Nummer ?? Das BAG im obigen Artikel: "In gewissen Situationen könnten für Menschen, die älter als 16 Jahre alt sind, das Benutzen von Masken in Betracht gezogen werden" Wie bitte? Mehr "Gummiparagraph" geht nicht. Andere Länder-Regierungen oder deren Verantwortliche sagen es ganz einfach und verbindlich: "In diesen Situationen gilt Maskenpflicht". Irgendwann kommt man in vielen Lebenssituationen mit "Empfehlungen" nicht mehr zum gewünschten Ziel und muss mit "Verbindlichkeiten" Klarheit schaffen. Meine Meinung.