Klassenunterschied im Duell der Klassenbesten

Im Aufeinandertreffen der Seriensieger gewinnt Wacker Thun gegen Kriens-Luzern 34:21. Martin Rubins Team dürfte Platz 1 zu Qualifikationsende nicht mehr zu nehmen sein.

Bejubelt seinen Premierentreffer: Nino Gruber.

Bejubelt seinen Premierentreffer: Nino Gruber.

(Bild: Patric Spahni)

Adrian Horn

So hat er sich das nicht vorgestellt. Der langjährige National­liga-B-Keeper André Willimann hatte in der letzten Saison den Durchbruch in der höchsten Spielklasse geschafft. Von Wacker als Ergänzungskraft, als Absicherung verpflichtet, war der Luzerner am Ende derjenige Torhüter mit den meisten Einsatzminuten.

In Thun blieb er dennoch nicht, Kriens hatte Interesse am Schlussmann bekundet, Kaufmann Willimann entschied sich für einen Wechsel, um nicht länger täglich drei Stunden Auto fahren zu müssen. Bei den Innerschweizern indes ist der 32-Jährige bloss zweite Wahl. Gegen seinen Ex-Klub bekam er gestern eine Chance. Er war zu bemit­leiden. Fortwährend musste der Keeper hinter sich greifen. Seine Vorderleute waren überfordert.

Glänzen im TV

34:21 gewann Wacker die Begegnung zweier formstarker Teams, die nach der Länderspielpause bis gestern Abend ausschliesslich Siege gefeiert hatten. Sehr früh waren die Thuner deutlich vorn gelegen, in der 35. Minute etwa führten sie vor 1180 Zuschauern 22:11, bevor sie vermehrt ihre jungen, noch nicht etablierten Akteure forcierten, ohne dass das Niveau merklich litt.

Die Vorstellung der Berner Oberländer – sie war eine Demonstration. Kriens, das neben ihnen beste Schweizer Ensemble der letzten Wochen, vermochte nie mitzuhalten, die Auswahl des einstigen Weltmeisters Heiko Grimm war von Beginn an überfordert, zeitweise wurde sie gar vorgeführt. Die Begegnung wurde vom neuen TV-Sender Mysports übertragen. Den Fern­sehzuschauern in Schaffhausen dürfte ob der Vorstellung des Erzrivalen aus Thun mulmig ge­worden sein.

Nachwuchskraft Nino Gruber erzielte seine ersten drei Treffer für das Fanionteam, Lukas von Deschwanden traf sechsmal, ohne viel Spielzeit in Anspruch genommen zu haben, und Lenny Rubin, Wackers andere Schlüsselfigur, war neunmal erfolgreich. Der Beste aufseiten der Gastgeber war aber Schlussmann Marc Winkler, der einmal mehr rund die Hälfte aller Würfe parieren konnte – im Beisein Willimanns, welcher ihn im Frühling vorübergehend aus der Stammformation verdrängt hatte.

Vor dem Qualifikationssieg

Durch den hohen Sieg verbesserte Martin Rubins Mannschaft ihre ohnehin vorzügliche Chance darauf, die Hauptrunde auf Platz 1 abzuschliessen. Alles andere als eine Tabelle mit Wacker, das den achten Erfolg in Serie feierte, an der Spitze ist im hiesigen Handball gegenwärtig aber auch nur schwer vorstellbar.

Wacker - Kriens 34:21 (18:11)

Lachenhalle. - 1180 Zuschauer. - SR Jergen/Zaugg. – Strafen: je 3-mal 2 Minuten.

Wacker Thun: Winkler/Wick (ab 48.); Rubin (9), Dähler (3), Suter (1), Giovanelli, Glatthard (1), Lanz, Caspar (4), Friedli (1), von Deschwanden (6/1), Gruber (3), Guignet (2), Huwyler (1), Krainer (3).

Bemerkungen: Wacker Thun ohne Raemy und Linder (beide verletzt).

Berner Oberländer

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