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Nach Absage an SRF-«Arena»Köppel bietet Klima-Aktivisten eine Seite in der «Weltwoche»

Roger Köppel bietet der Klima-Aktivistin Hanna Fischer eine Carte blanche in der «Weltwoche» an. Ob sie darauf eingeht, ist noch unklar.

Hat klare Ansichten gegenüber den Klima-Aktivisten: SVP-Nationalrat Roger Köppel wird am Freitagabend zu Gast bei der SRF-«Arena» sein. (17. Januar 2020)
Hat klare Ansichten gegenüber den Klima-Aktivisten: SVP-Nationalrat Roger Köppel wird am Freitagabend zu Gast bei der SRF-«Arena» sein. (17. Januar 2020)
Foto: Walter Bieri/Keystone

Der SVP-Nationalrat und «Weltwoche»-Verleger Roger Köppel liefert sich auf Twitter einen Schlagabtausch mit Klima-Aktivisten. Geplant war ursprünglich, dass sie in der SRF-«Arena» vom Freitagabend die Klingen kreuzen: Neben Roger Köppel waren Grünen-Präsident Balthasar Glättli, FDP-Fraktionschef Beat Walti und Hanna Fischer, Klima-Aktivistin und Pressesprecherin von «Rise up for Change», eingeladen.

Am Donnerstag machten die Klima-Aktivisten aber einen Rückzieher. In einer Pressemitteilung erklärten sie, nicht an der «Arena» mit Roger Köppel teilzunehmen. Der Grund: Sie «diskutieren nicht mit Klimaleugnern». «Arena»-Moderator Sandro Brotz bedauerte die Absage. Er versicherte jedoch auf Twitter, die Aktivisten hätten zum Zeitpunkt ihrer verbindlichen Zusage bereits gewusst, dass Köppel ebenfalls zu Gast sein wird in der Sendung.

Kontroverse Diskussion um Angebot

Köppel seinerseits unterbreitete Fischer am Donnerstagabend ein neues Angebot: «Ich gebe Ihnen eine Seite in der ‹Weltwoche›, Carte blanche», twitterte er.

Das Angebot trat zugleich eine kontroverse Diskussion los. Während einige Twitter-User dem SVP-Nationalrat ihren Respekt zollten, dass er trotz klarer Ansichten auch andere Meinungen zu Wort kommen lässt, halten die anderen das für fadenscheiniges Kalkül. Sie sind überzeugt, dass ein allfälliger Artikel «durch die ‹Weltwoche›-Mühle» gedreht und in der Inhalt in einer Flut an Kritik untergehen würde.

Die Klima-Aktivistin selbst hat sich bislang noch nicht zum Angebot geäussert. Anstelle von Fischer wird an der «Arena» zum Thema am Freitagabend nun Juso-Präsidentin Ronja Jansen teilnehmen. Sie hatte sich vehement für das Bleiberecht des Klima-Camps ausgesprochen und dessen Räumung als «eine absolute Tragödie» bezeichnet.

180 Kommentare
    Alfred Ruf

    Mit dieser Taktik des Entgegenkommens möchte sich Köppel wohl eine Rechtfertigung konstruiereren, um in einer späteren Ausgabe der Weltwoche mal wieder pseudowissenschaftlichen Müll nach dem Geschmack seiner Stammleserschaft zu verbreiten.

    Das Muster ist aus dem letzten Jahr bekannt, es geht vornehmlich um Polemik:

    Letzten Sommer bekam der ETH-Klimaforscher Reto Knutti die "Carte Blanche" für einen WeWo-Artikel. Die dazugehörige Kommentarspalte war darauf eine echokammerartige Ansammlung von Häme und absurden Gegenthesen.

    Im Herbst wurde dann der Privattheorie des Amerikaners Patrick Frank (kein Klimaforscher, sondern ein Spezialist für Röntgenspektroskopie) eine Plattform geboten. Dieser ist von der fixen Idee besessen, dass die Klimamodelle wegen einer angeblich falschen Implementierung der Messungenauigkeiten unbrauchbar seien.

    Er erstellt selbst keine Klimamodelle, sondern meint, sein übergestülpter Ansatz der zufälligen Fehlerpropagation ohne Berücksichtigung der fundamentalen Physik würde genügen.

    Die Franksche Pseudophysik sagt aus, dass sich das reale Klima ohne Bezug zu einem thermodynamischen Gleichgewichtszustand entwickelt. Demnach würde sich die Welt sehr bald irgendwo zwischen den Extremen einer Heisszeit bzw. Eiszeit befinden. Mit je 25%iger Wahrscheinlichkeit würde die Temperatur im Jahr 2040 mehr als 10°C höher oder tiefer sein als heute!

    Als Knutti diesen Unsinn über Twitter in den Boden gestampft hatte, durfte sich Frank in der WeWo sogar noch verteidigen.