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Moutiers Madame CourageKühne Vermittlerin zwischen Stuhl und Bank

Sie will Moutier versöhnen, indem sie es auf zwei Kantone aufteilt. Orianne Grimms kühne Idee provoziert im Jurastädtchen mit seinen festgefügten Feindschaften.

Orianne Grimm vor ihrem Haus oberhalb von Moutier, der zerstrittensten Gemeinde der Schweiz.
Orianne Grimm vor ihrem Haus oberhalb von Moutier, der zerstrittensten Gemeinde der Schweiz.
Foto: Nicole Philipp

Die Lage von Orianne Grimms allein stehendem Haus oberhalb des Jurastädtchens Moutier bietet sich an für Symbolik. Wohnt so eine Aussenseiterin, die nicht richtig dazugehört? Hat man an diesem erhöhten Ort die nötige Distanz? Als wir das schmale Strässchen hochfahren, wartet sie schon draussen und überblickt die zerstrittenste Gemeinde der Schweiz, eingequetscht zwischen zwei schroffe Juraketten.

Orianne Grimm hat keine Zeit für symbolische Spielereien. Sie bittet gleich in die geräumig umgebaute Küche, wo sich der Corona-Abstand gut einhalten lässt. Nach der Mittagspause muss sie wieder an die Arbeit. Sie leitet die Pflege der Seniorenresidenz in einem Nachbarort. Sogleich stürzt sie sich debattierfreudig auf das politische Minenfeld der Jurafrage: Jede der acht Abstimmungen über Moutiers Kantonszugehörigkeit habe in den letzten 40 Jahren knapp 50 Prozent frustrierte Verlierer geschaffen. «Deshalb schlage ich ein Projekt gegen die Demütigung der Verlierer vor», erklärt sie kühn.

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