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Der Beat einer benebelten Generation

Der Zürcher Hansjörg Schertenleib erinnert sich an seine Jugend. In seinem neuen Roman «Cowboysommer», einer betörend schönen Parabel über die Freundschaft, erzählt er davon, welche Spuren das Leben hinterlässt.

«Ich wollte meinem Jugendfreund ein Denkmal setzen», sagt der in Irland lebende Schriftsteller Hansjörg Schertenleib (52) im Gespräch.
«Ich wollte meinem Jugendfreund ein Denkmal setzen», sagt der in Irland lebende Schriftsteller Hansjörg Schertenleib (52) im Gespräch.
Peter Peitsch

Genie und Wahnsinn liegen Hansjörg Schertenleib fern. Der Zürcher Autor mit Wohnsitz in Irland hat in seiner Jugend einen handwerklichen Beruf gelernt: Schriftsetzer. Und Handwerker ist er bis heute geblieben. «Auch als Schriftsteller baue und setze ich meine Texte aus Buchstaben, Zeile um Zeile, ähnlich wie Hanspeter in meiner Geschichte», sagt Schertenleib im Gespräch. Hanspeter, 17 Jahre, genannt Gönggi, ist der Held und Erzähler in seinem neuen Roman «Cowboysommer». Ein netter Junge, Berufsschüler in einer Druckerei, mit dem heimlichen Faible, auf Fenstersimsen und Dachvorsprüngen Botschaften zu hinterlassen: Sprüche, Zitate und Songzeilen von Leonard Cohen und Bob Dylan, aus spiegelverkehrten Bleibuchstaben gelegt. «I’m just waiting for a better time» oder «Sündigen will gelernt sein» – Zeilen, die niemand liest, für niemanden bestimmt sind und von Wind und Regen verändert oder weggewischt werden.

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