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Ein Unfallopfer wird zum Erlöser

Lukas Hartmann könnte als Ehemann von Simonetta Somaruga bald zum Bundesratsgatten werden. Jetzt legt der Schriftsteller einen neuen Roman vor. Er packt den Leser mit voller Wucht.

«Finsteres Glück» ist ein starker Roman. Hartmann erzählt darin aus der Perspektive der Psychotherapeutin Eliane Hess, die am Abend des 11. August 1999 ins Krankenhaus gerufen wird: Der achtjährige Yves, der als Einziger seiner Familie einen Autounfall überlebt hat, braucht ihre Hilfe. Was für die Psychologin eigentlich Routine sein sollte, wächst ihr schon bald über den Kopf: Sie verliert ihre professionelle Distanz, baut zu Yves eine intensive emotionale Bindung auf und kämpft wie die Grusche im «Kaukasischen Kreidekreis» um den Jungen (einen Hinweis auf Brechts Stück finden wir im Roman).

Im Mittelpunkt steht aber nicht das Gerangel um das Kind zwischen der Psychologin und Yves’ Verwandten. Auch nicht die sich verdichtenden Hinweise auf die Probleme in der Ehe von Yves’ Eltern und die Rekonstruktion der letzten Ereignisse vor dem Unfall, die das Buch mit der Spannung eines Krimis aufladen. Im Zentrum des Romans steht die Ergründung der Frage, warum sich Eliane mit aller Kraft an diesen Jungen klammert. «Finsteres Glück» gibt auf diese Frage mehrere, sich ergänzende Antworten. Und mit jeder Begründung, die Hartmann gibt, vermag er uns stärker in das Leben seiner Psychologin hineinzureissen.

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