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Er gibt dem Dachs Prozac

Der Gartenkolumnist Robin Lane Fox ist ein ziemlich grober Grünfinger.

«Töten und Arbeiten im Garten» wäre als Untertitel seines Buches angemessener: Der britische Althistoriker und Garten-Kolumnist Robin Lane Fox. Foto: Karen Robinson (Klett-Cotta)
«Töten und Arbeiten im Garten» wäre als Untertitel seines Buches angemessener: Der britische Althistoriker und Garten-Kolumnist Robin Lane Fox. Foto: Karen Robinson (Klett-Cotta)

Eine kleine Warnung vorweg: Wer auch nur halbwegs grün angehaucht ist, wird an «Der englische Gärtner. Leben und Arbeiten im Garten» nicht nur Freude haben. Der 71-jährige Engländer Robin Lane Fox, der sich mit seinem Standardwerk zu Alexander dem Grossen und jahrzehntelang mit seinen Gartenkolumnen in der «Financial Times» sowohl als Althistoriker als auch als Gartenexperte einen Namen gemacht hat, berichtet darin, mit welch harter Hand er in seinem Garten Schädlingen begegnet.

Den Kaninchen, die seinen schönen Rasen zerstören, stellt Lane Fox, der biologisches Gärtnern für «ökologische Bigotterie» hält, mitleidlos einen Cocktail aus Milch und Glyphosat hin, einen marodierenden Dachs therapiert er mit in Erdnussbutter verpacktem Prozac, und dem Unkraut rückt er unzimperlich mit der ganzen Palette chemischer Kampfkunst zu Leibe. Stellenweise hat man bei der Lektüre jedenfalls das Gefühl, «Töten und Arbeiten im Garten» wäre als Untertitel angemessener.

Wie auch immer, man muss Robin Lane Fox’ Einstellung zu Pflanzengiften, Kunstdüngern und Wildtieren im Garten nicht mögen, aber man sollte das Buch lesen. Denn mal abgesehen von einigen schrulligen, politisch inkorrekten Vorschlägen ist «Der englische Gärtner» eine gute Quelle für jeden Gärtner und Liebhaber von Ziergärten.

Nützliche Tipps für den eigenen Garten

Lane Fox, der sein Handwerk als 18-Jähriger im Botanischen Garten München gelernt hat und heute Garden Master am altehrwürdigen New College in Oxford ist, ist nicht nur ein grosser Pflanzenkenner und ausgezeichneter Grünfinger, sondern auch ein wunderbarer Autor. Mit solcher Hingabe und mit so viel Witz (eine seiner Gartenkolumnen, die die Grundlage seines von Susanne Held ins Deutsche übersetzte Buch bilden, trägt den Titel «Fifty Shades of Green») hat selten einer über Magnolien, Rhododendren, Hortensien und andere Gewächse geschrieben.

Robin Lane Fox greift dabei zurück auf seine jahrzehntelange Erfahrung und auf seinen intensiven Austausch mit den Grössen der Szene: Wilhelm Schacht, Christopher Lloyd, Nancy Lancaster, Patrick und Sylvie Quibel – sie alle hat der gärtnernde Althistoriker gekannt, besucht und die für ihn besten Vorschläge gesammelt.

Auf diese Weise erfährt man als Leserin und Leser nicht nur eine Menge über grossartige Gärtner und die schönsten Ziergärten der Welt, sondern erhält zugleich auch nützliche Tipps für den eigenen Garten: Wer wissen möchte, welche Deutzien und Dahlien am schönsten blühen, oder sich schon immer über Mehltau auf Indianernesseln geärgert hat, der hat mit Robin Lane Fox einen zuverlässigen Ratgeber zur Hand.

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