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Furcht vor dem Abmurksen

Das Wettlesen rund um den renommierten Bachmann-Preis startet in Klagenfurt wieder. Das mögliche Aus des Preises stand während der Eröffnung im Fokus.

Die 37. Ausgabe des Wettbewerbs könnte aber die letzte sein. Das Sparprogramm des ORF gefährdet die Veranstaltung. Der österreichische Schriftsteller Michael Köhlmeier hat am Mittwochabend in Klagenfurt den 37. Wettbewerb um den Ingeborg-Bachmann-Preis eröffnet. Der 63-Jährige kritisierte in der «Klagenfurter Rede zur Literatur» die Veranstaltung, plädierte aber trotzdem für die Fortsetzung.

Das mögliche Aus des Preises stand während der Eröffnung im Fokus. Ab 2014 könnte der renommierte Lesewettbewerb den Sparmassnahmen des Österreichischen Rundfunks (ORF) zum Opfer fallen.

Schweiz nicht vertreten

14 Autoren treten von Donnerstag bis Samstag mit ihren bisher unveröffentlichten Texten vor Publikum und Jury an. Aus der Schweiz ist kein Kandidat vertreten. Der Preis, der am Sonntag verliehen wird, ist aber vom möglichen Ende der Veranstaltung überschattet.

Die deutschsprachige Literaturwelt läuft gegen das mögliche Aus Sturm. Eine konkrete Lösung für den Bachmann-Preis zeichnete sich noch nicht ab. Die Kärntner ORF-Chefin Karin Bernhard warf die Frage auf, ob die Kosten künftig nicht auf «mehrere Schultern verteilt» werden könnten.

Wettbewerb nicht «abmurksen»

Für Köhlmeier, der 1984 selbst am Wettbewerb teilnahm, dürfe dieser jedenfalls nicht «abgemurkst» werden, obwohl der Schriftsteller den Auftritt einiger Juroren stark kritisierte. Köhlmeier beschäftigte sich in seiner Rede auch ausführlich mit dem 1987 gestorbenen deutschen Schriftsteller Jörg Fauser.

Er sei damals von den Juroren, die wie Richter aufgetreten seien, verrissen worden wie kein anderer vor ihm, sagte Köhlmeier. Bei der Auftaktveranstaltung der «Tage der deutschsprachigen Literatur» wird traditionell auch die Reihenfolge ausgelost, in der die 14 Teilnehmer am Literaturwettbewerb von Donnerstag an bis Samstag ihre Texte vorlesen.

Vor allem Deutsche

Beim Wettbewerb, der nach der Dichterin Ingeborg Bachmann (1926–1973) benannt ist, kommt in diesem Jahr erneut die Mehrheit der Autoren aus Deutschland. Mit dabei sind unter anderen Anousch Mueller und Philipp Schönthaler.

Joachim Meyerhoff («Alle Toten fliegen hoch») aus dem Ensemble des Wiener Burgtheaters tritt ebenfalls an. Der Sender 3sat überträgt die Lesungen sowie die Preisverleihung live. Im vergangenen Jahr gewann die in Russland geborene Olga Martynowa den Bachmann-Preis. Die in Frankfurt am Main lebende Schriftstellerin überzeugte mit dem Text «Ich werde sagen: Hi!».

SDA

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