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Geschichten von Liebe und Leid

«Liebesgschichte» heisst das neue Buch von Pedro Lenz. Es versammelt Kurzgeschichten, in denen es vor allem um die Abwesenheit der Liebe geht. Oder um die Fallhöhe zwischen Wunsch, Vorstellung und Wirklichkeit.

Riesengross, stark und wild: In einer surrealen Szene galoppieren die Camarguepferde vom Poster über ihrem Bett neben dem Zug einher, während er ihr seine Träume ins Handy erklärt, seine Träume vom Aufbruch ins Leben: riesengross, stark und wild. Träume, in denen für sie kein Platz ist. Es sei fertig mit ihnen beiden, erklärt er, wirklich, endgültig, vorbei — für alle im Zug hörbar. Und erst als der Zug in den Bahnhof einfährt, hinein nach Grenchen, diesen Niemandsort im schweizerischen Mittelland und damit das pure Gegenteil von «riesengross, stark und wild», erst da merkt er, dass ihrer beider Träume so unterschiedlich nicht sind. Ja, dass sie zusammen für sie kämpfen könnten. Und dass das vielleicht Liebe wäre. Doch da ist der Akku leer.

Und so ist es in vielen der Mundartgeschichten im neuen Sammelband von Pedro Lenz, die der 47-jährige Berner Autor «Liebesgschichte» nennt. Die Liebe schimmert zwischen den Zeilen auf, sie ist greifbar nahe, entgleitet jedoch seinen Figuren.

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