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Ratten im Paradies

In seinem neuen Roman schreibt T. C. Boyle einmal mehr über Menschen, die das Gute wollen und die Katastrophe erreichen. Das Buch ist ein Lehrstück aus dem Nationalpark.

Der grünste unter den US-amerikanischen Autoren sympathisiert mit Aussteigern, ohne sie zu idealisieren: T.C. Boyle mit seinem Hund Dardar.
Der grünste unter den US-amerikanischen Autoren sympathisiert mit Aussteigern, ohne sie zu idealisieren: T.C. Boyle mit seinem Hund Dardar.
Keystone

Für Biologen sind die Santa-Barbara-Inseln vor der Küste Kaliforniens das «Galápagos Nordamerikas», ein Labor lebendiger Evolutionsgeschichte. Die zweitausend Tier- und Pflanzenarten, die hier ums Überleben kämpfen, enthüllen unsere Vorstellung von einem natürlichen ökologischen Gleichgewicht als Fiktion. Die Ratten, die hier 1853 ein sinkendes Schiff verliessen, vermehrten sich so stark, dass sie die Artenvielfalt wegzubeissen drohten. Schafe – vor der Umwandlung in einen Nationalpark waren die Inseln die Heimat von Schafzüchtern und Glücksrittern – überweideten das Land. Verwilderte Schweine frassen das Gebüsch, in dem seltene Vogelarten nisteten, und wurden ihrerseits von «invasiven Spezies» wie Weisskopfadlern und Zwergfüchsen verdrängt.

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