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Tod eines Bestsellerautors

Eine Leiche im Zug - klassischer könnte die Ausgangssituation im Kriminalroman «Auf der Strecke» von Petra Hartlieb und Claus-Ulrich Bielefeld kaum sein.

Ausgerechnet Thomas Bernhardt heisst der Kollege aus Berlin, mit dem die Wiener Ermittlerin Anna Habel zusammenarbeiten muss. Schon das erste Telefongespräch verläuft alles andere als harmonisch, und so geht es auch erstmal weiter. Die impulsive Habel und der sarkastisch-melancholische Bernhardt sind ein Paar wie Hund und Katz.

Dabei hat es der Mordfall, den die beiden verbindet, in sich: Der berühmte Schriftsteller Xaver Pucher ist im Schlafwagen auf der Strecke zwischen Wien und Berlin ermordet worden. Er wollte seinem Agenten in Berlin das Manuskript seines neuen Buches vorlegen. Über den Inhalt hatte er sich ausgeschwiegen, Brisantes sollte es enthalten.

Ein Mordmotiv? Schon Puchers aktuelles Werk hatte für Zündstoff gesorgt, enthielt Sexszenen, die in islamistischen Kreisen für Aufsehen gesorgt hatten. Es gab Drohungen, der junge Autor stand deshalb zeitweise unter Staatsschutz. Ist der Täter in dieser Ecke zu suchen?

Politische Anspielungen

Habel und Bernhardt finden bei ihren Ermittlungen aber auch jede Menge andere mögliche Täter. Pucher nahm Drogen, ausserdem unterhielt er Beziehungen zu mehreren Frauen, womöglich war Eifersucht im Spiel. Oder Neid - es gab Kollegen, die dem Schriftsteller den Erfolg nicht gönnten. Auch wollte sich Pucher in die Politik einschalten, es ging um eine Menge Geld, um Korruption und Vertuschung.

Bald gibt es einen weiteren Toten. Bernhardt und eine Berliner Kollegin werden überfallen und schwer verletzt, Habels Wohnung in Wien wird durchsucht, sie wird bedroht. In Frankfurt - dort findet gerade die Frankfurter Buchmesse statt - hoffen die zwei Ermittler, die Lösung zu finden.

Als Krimi ist der erste gemeinsame Roman von Petra Hartlieb und Claus-Ulrich Bielefeld nicht sonderlich mitreissend: Die Handlung ist teilweise etwas wirr, überfrachtet, das Ende unübersichtlich und wenig überzeugend. Aber viel Spass machen die Anspielungen der Autoren auf aktuelle politische Gegebenheiten - und natürlich das ungleiche, ständig frotzelnde Ermittlerpaar.

(Diogenes, April 2011, ISBN 978-3-257-86204-1, 359 Seiten, 18.90 Franken)

dapd/sg

dapd/phz

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