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Verloren im Treibgut

Betörend unaufgeregt schreibt Rolf Lappert über Menschlichkeit in einer aus den Fugen geratenen Welt. Sein neues Buch «Über den Winter» ist für den Deutschen Buchpreis nominiert.

Anne-Sophie Scholl
Kleider, Schuhe,  vom letzten Sturm angeschwemmtes Strandgut: Der Protagonist des Buchs sammelt am Strand Habseligkeiten Ertrunkener.
Kleider, Schuhe, vom letzten Sturm angeschwemmtes Strandgut: Der Protagonist des Buchs sammelt am Strand Habseligkeiten Ertrunkener.
Keystone

Dunkelheit, Stacheldraht, eine Ansammlung von Bungalows an einem namenlosen Ort, wo Afrika «als Ahnung hinter dem Horizont» liegt: Wie in den Eröffnungsminuten eines Films tappt man mit der Hauptfigur in Rolf Lapperts neuem Roman hinter die Absperrung, wo sich verschrobene Figuren verschanzen. Das Feriendorf ist zur Festung geworden. Ausgemergelte Hunde werden brutal abgeknallt, Wurfgeschosse aus Steinschleudern fliegen über den Zaun, am Strand hat das Meer Treibgut vom letzten Sturm angespült: Kleider, Schuhe, Koffer mit Habseligkeiten, bis hin zu einem toten Säugling unter einem umgedrehten Boot.

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