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«Wir sind kalte Menschen»

«Ich bin immer Bäuerin geblieben. Chinesische Bauern überleben alle Taifune»: Xiaolu Guo. Foto: Adrian Moser

China könnte mit Xi Jinping wieder einen Präsidenten auf Lebenszeit bekommen, den ersten seit Mao Zedong. Wiederholt sich die Geschichte?

Immerhin ist das China von heute keine Diktatur wie zur Zeit Maos, oder?

Wie würden Sie das chinesische System denn beschreiben?

Im Westen hat man gedacht, dass der freie Markt automatisch zu Demokratie und zur Achtung der Menschenrechte in China führen würde. Warum ist das nicht geschehen?

O. k., reden wir über Menschenrechte. Warum werden sie bis heute nicht geachtet in China?

Haben Sie deshalb mit «Es war einmal im Fernen Osten» ein sehr persönliches Buch geschrieben – und kein Buch über China?

Sie haben als Kind westliche Literatur verschlungen, als Filmstudentin westliche Regisseure bewundert. Warum waren Sie enttäuscht, als Sie in den Westen kamen?

Diese Autoren haben Hymnen auf den westlichen Individualismus geschrieben.

Und diese Sprache war zufällig Englisch?

Kehren Sie noch nach China zurück?

Wurden Ihre Werke auf Chinesisch übersetzt?

Haben Sie Bedenken wegen Ihres Bruders, der noch in China lebt?

Sie beschreiben einen «harten Kern» in Ihrem Innern, der sich bereits während Ihrer lieblosen Kindheit gebildet habe.

Ihre Mutter war Revolutionsgardistin. Sie hatte ein «Herz aus Stein». Sie wurden weggegeben, geschlagen und von Fremden vergewaltigt. Waren dies die Ursachen zur Bildung Ihres «harten Kerns»?

Sie beschreiben das Leben als Frau in China als einen «Fluch».

Sie selber wollten nie Mutter werden. Nun haben Sie eine fünfjährige Tochter.

Hat das Kind Ihr Leben verändert?

Sie haben drei Leben gelebt: In der Zeit der Kulturrevolution, in der Epoche der Wirtschaftsreformen und schliesslich im Westen. Welches hat Sie am meisten geprägt?

Möchten Sie etwas von Ihrem «bäuerlichen Geist» an Ihre Tochter weitergeben?

Spricht Ihre Tochter Chinesisch?

Von kommerzieller Macht vereinnahmt wurde auch die chinesische Kunstszene der frühen Neunzigerjahre, deren Werke nun ein Vermögen kosten. Im Buch schildern Sie eine absurde Szene von Freaks am Rande Pekings.

Im Buch wirkt die Untergrundszene clownesk.

Sie beschreiben einen Schweizer Kunsthändler, der damals die Werke dieser Szene aufgekauft hat. Ist das der einstige Schweizer Botschafter Uli Sigg?