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«Die Situation vieler Übersetzer ist noch immer prekär»

Die Autorin und Übersetzerin Antje Rávic Strubel erzählt von der Kunst und den Herausforderungen des Handwerks. Am kommenden Montag gibt sie im Literaturhaus Zürich Einblick in ihre Arbeit.

«Es gibt keine tiefgründigere Art, die Schreibweise einer Autorin zu erkunden, als sie zu übersetzen», sagt Antje Rávic Strubel.
«Es gibt keine tiefgründigere Art, die Schreibweise einer Autorin zu erkunden, als sie zu übersetzen», sagt Antje Rávic Strubel.
Zaia Alexander/ dtv

Sie sind zurzeit zu Gast im Übersetzerhaus Looren und übersetzen «A Manual for Cleaning Women» von Lucia Berlin ins Deutsche. Bei dem Werk handelt es sich um eine Sammlung von Kurzgeschichten. Mit welchen Herausforderungen sind Sie konfrontiert?

Eine der grössten Schwierigkeiten besteht darin, den grossartigen Humor von Lucia Berlin ins Deutsche zu bringen. Ihre Geschichten behandeln existenzielle Themen wie etwa Drogensucht, Missbrauch oder Tod und sind von grosser Verletztheit und Trauer durchzogen. Doch Berlin schafft es, in der Verzweiflung das Absurde sichtbar zu machen, im Schrecklichen den Witz. Es ist schwer, für diese Leichtigkeit im Deutschen den richtigen Ton zu treffen. Das Deutsche sperrt sich dem subtil Komischen ohnehin mehr als das Englische. Ausserdem hat Lucia Berlins Sprache einen schnellen Rhythmus. Ihre Sätze sind manchmal fast ruppig. Diese Ruppigkeit würde ich gern erhalten, nur darf das dann nicht so klingen, als könnte die Übersetzerin keine idiomatischen Sätze bilden.

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