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«21. Jahrhundert kann entgleisen»

Der Autor und Filmemacher Alexander Kluge hält neue weltpolitische Konflikte für möglich.

«Die Geschichte ist voller Tretminen und Blindgänger; obwohl lange unbeachtet oder vergessen, können sie jederzeit hochgehen», sagte er dem Magazin «Der Spiegel». «Die Verhältnisse heute erscheinen uns wirr und aussichtslos, jedenfalls ganz anders, als ich sie mir für meine Kinder in der Wendezeit 1989/90 vorgestellt habe», sagte der 79-Jährige. Er habe gedacht, dass nun rosige Zeiten kämen: «Und plötzlich kann ich nicht mehr ausschliessen, dass das 21. Jahrhundert entgleist.»

Die Schuldenkrise, der Konflikt mit Iran, die arabischen Rebellionen, das Wiederentstehen eines autoritären Regimes in Ungarn: «Das alles macht ratlos», sagte Kluge. Er zog Parallelen zum Attentat von Sarajevo 1914 auf den österreichisch-ungarischen Thronfolger Erzherzog Franz Ferdinand, das zum Ersten Weltkrieg führte: «Heute sind es die Konflikte im Nahen Osten oder der Streit um die Strasse von Hormus, die als Zünder einer Explosion wirken könnten.»

Das 21. Jahrhundert berge mehr Fallen als das 20., warnte er. Kluge feiert am 14. Februar seinen 80. Geburtstag. Am 23. Januar erscheint sein neues Werk «Das fünfte Buch: Neue Lebensläufe».

SDA/phz

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