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Adieu!

Die 150. Sprachsprechstunde ist auch die letzte. Sie beschäftigt sich mit dem Schlussmachen bzw. dem Adieusagen.

Ein letztes Mal: Sprache ist unser Schatz, hüten und pflegen wir sie! (Video: Anthony Ackermann, Sacha Schwarz)

Herzlich willkommen zum guten Deutsch in aller Kürze. Dies ist nun die 150. Sprachsprechstunde, und es ist die letzte. Fast drei Jahre habe ich Ihnen nun erzählt, welche Erscheinungen des gegenwärtigen Deutsch mir aufgefallen sind, oft genug: die mir missfallen haben. Sie waren ein grossartiges Publikum, das mir mit Zuspruch und Kritik, aber auch mit Fragen und Anregungen gezeigt haben, dass das gute Deutsch Ihnen am Herzen liegt. Vielen Dank!

Lesen Sie zu diesem letzten Video auch das Abschiedsinterview mit Martin Ebel:«Das Schweizerdeutsch kennt so viele schöne Wörter»

Welches Thema wählt man zum Schluss? Natürlich das Schlussmachen, beziehungsweise das Adieusagen. Beim Abschied gibt es zwei Grundformen: Den, bei dem man sich sicher und bald wiedersieht, und den, wo das nicht so sicher ist. Der Franzose unterscheidet da zwischen «au revoir» – auf Wiedersehen – und «adieu» – es steht bei Gott, ob man sich wiedersieht. Letzteres stammt aus alten, gefahrvollen Zeiten, wo nichts sicher war.

Hier in der Schweiz gibt’s auch das «ade», aber unsere Wiederbegegnung ist ja weniger dem Schicksal überlassen als dem Terminkalender. Deshalb sagen wir, wenn wir etwas förmlicher reden, «Auf Wiedersehen» bzw. «uf widerluege» , im vertraulicheren Ton «tschau».

Die wenigsten wissen aber, was Sie da eigentlich sagen. «Tschau» ist eigentlich italienisch, geschrieben c-i-a-o, kommt aus dem venezianischen Dialekt schiao, eine Nebenform von schiavo, das heisst nichts anderes als: Sklave, Diener. Tschau heisst also: ich bin ihr gehorsamster Diener. In Österreich sagt man kurz: servus, lateinisch: der Sklave.

Mit einem sprachlichen Diener möchten ich und mein Videopartner Anthony Ackermann Ihnen nun Adieu sagen. Unsere Kolumne bleibt im Netz und als Podcast verfügbar. Aber denken Sie auch ohne die Sprachsprechstunde daran: Sprache ist unser Schatz, hüten und pflegen wir sie!

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