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Der Kapitän der Aufklärung

Mit «James Cook und die Entdeckung der Südsee» würdigt das Historische Museum Bern die Verdienste des grossen Entdeckers. Nicht zu Wort in der an Preziosen reichen Schau kommen Ethnologen aus Ozeanien.

Als Gottheit stirbt Kapitän Cook am 14. Februar 1779 auf Hawaii. Ein Zufall hatte aus dem britischen Seefahrer Lono, den Gott der Fruchtbarkeit, gemacht. Weil er bei seiner zweiten Landung auf Hawaii genau zu jenem Zeitpunkt eintrifft, als Hunderte von Einheimischen am Strand Lonos Sieg über seinen dunklen Gegenspieler feiern. Dass er als Gott betrachtet wird, ist sich Cook nicht bewusst, und so führt seine Rückkehr nach einem Mastbruch zu jenem Missverständnis, das ihn das Leben kostet. Cook wird von einer Handvoll Eingeborenen erschlagen, weil er versucht, den Häuptling als Geisel festzunehmen, um die Herausgabe eines entwendeten Beiboots zu erzwingen.

Die Nachricht von James Cooks Tod, die England erst neun Monate später erreicht, versetzt die Nation in einen Schockzustand. Zu grässlich die Vorstellung, dass der grosse Held und Abenteurer jämmerlich erschlagen und zerstückelt worden ist, wie die wenigen Augenzeugen berichten. Nur ein paar Knochen werden den Briten zur Seebestattung überlassen, den Rest teilen sich die herrschenden Familien der Insel. Was in Europa als barbarischer Akt verstanden wird, ist auf Hawaii eine Ehrbezeugung. Cooks Überreste erfuhren das gleiche Ritual, das nur für Häuptlinge vorgesehen war.

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