Zum Hauptinhalt springen

«Ich begreife Deutsch als Fremdsprache»

Der Autor Guy Krneta kritisiert die Verkitschung der Mundart im Zuge des aktuellen Swissness-Marketings. Und verteidigt die Sprachkompetenz von jungen Schweizern.

«Von der SVP werden in den letzten zehn, fünfzehn Jahren auf primitivste Art Ängste geschürt»: Schriftsteller Guy Krneta.
«Von der SVP werden in den letzten zehn, fünfzehn Jahren auf primitivste Art Ängste geschürt»: Schriftsteller Guy Krneta.
Sebastian Hoppe

Standardsprache ist ein hässliches Wort, da gebe ich Peter von Matt Recht. Auch ich verwende es nur polemisch, um deutlich zu machen, welcher Krampf entsteht, wenn Schweizer Erziehungsdirektoren gesprochene Sprachen aus dem Bildungssystem auszuschliessen versuchen. Wenn Lehrerinnen angehalten werden, uns am (Berner) Elternabend mit «Ich begrüsse Euch alle» zu begrüssen, als wären wir Duzis. Und Kindergärtner ihre Knirpse auf Deutsch zu trösten haben. Die heftigen Reaktionen darauf waren vorhersehbar und ich ärgere mich grün und blau, wie leichtfertig da eine Sache, die mir am Herzen liegt, jenen angeblichen Heimatschützern zugespielt wird, die im gleichen Atemzug kein Problem damit haben, die Heimat mit Autobahnen zuzupflastern, für atomare Endlager zu lobbyieren, unsere Städte zu verspekulieren, das Sprachengesetz zu torpedieren sowie sämtliche Kultursubventionen zu bekämpfen, ob sie nun der Förderung des Jodelns dienen oder der Entstehung neuer Musik.

Um diesen Artikel vollständig lesen zu können, benötigen Sie ein Abo.