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«Lichtjahre» dauern zwei Stunden

Die Bernerin Esther Hasler rauscht mit ihrem neuen Soloprogramm «Lichtjahre» durchs kabarettistische All.

Die Musikkabarettistin Esther Hasler landet treffsicher in der Cappella.
Die Musikkabarettistin Esther Hasler landet treffsicher in der Cappella.
zvg/Joel Schweizer

Sie löst Rätsel. Nämlich jenes vom Huhn und dem Ei. Zuerst war das Ei. Weil das E im Alphabet vor dem H kommt. So geschrieben ist das nicht wirklich lustig. Bei Esther Hasler schon. Sie philosophiert: «Wohnen est omen.» Das ist nicht bloss ein Kalauer, sondern stimmt. Zeig mir dein Zuhause, und ich sage dir, wer du bist.

Die Musikkabarettistin bereist per Dialekt die Schweiz. Sie beginnt mit Liechtensteinisch – eine monarchisch aufgewertete Unterform des Ostschweizer Sprachgebrauchs. Dann wandert sie von Zürich über Basel ins Bernbiet und überquert den Röstigraben.

Später wird sie diese Kluft sinngemäss als Albert-Rösti-Graben bezeichnen. Schade: Das SVP-Bashing wirkt abgehangen. Doch dieser kleine Durchhänger lässt sich schnell vergessen.

Esther Hasler zeigt mit «Lichtjahre» in der Cappella ein vergnügliches Set mit unkonventionellen Kabarettthemen. Es ist das sechste Soloprogramm der Bernerin. Als Regisseur mitgearbeitet hat Didi Sommer. Man kennt ihn, weil er auch schon für den Zirkus Monti inszeniert hat.

Jetzt wäre ein Tusch angebracht, ohne Trommelwirbel, solo auf dem Klavier. Denn was Esther Hasler auf diesem Instrument zu bieten hat, macht den eigentlichen Reiz des Programms aus. Chansons, Balladen, Songs, Lieder in Dur und Moll und Hip und Hopp. Nur versteht man den Text leider nicht immer ganz. So schrumpfen die «Lichtjahre» zwischendurch zu einem Konzertabend auf virtuosem Niveau. Man tut, was man bei solchen Gelegenheiten auch sonst macht: Man überlegt, wie die Welt zu retten sei und ob die Geschirrspülmaschine ausgeräumt ist.

Daneben ermöglichen es die melodiös-meditativen Phasen, während ein paar Minuten über «Lichtjahre» nachzudenken. Zum Beispiel über den roten Faden. Esther Hasler verwendet dünnes Garn, das auch mal reisst. Gemäss Eigenaussage ist sie im letzten Moment dem Urknall entronnen und befindet sich nun auf einer planetarischen Umlaufbahn. So richtig einleuchten will einem dieser Masterplan nicht immer.

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Vorstellungen: 28./29.11., 20 Uhr, La Cappella, Bern; 13.12., 20 Uhr, Schloss Schwarzenburg.

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