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Muslimischer Batman erzürnt Rassisten

Der Superheld Batman hat nicht nur virtuelle Feinde, sondern nun auch echte: In seinem neusten Comic wird er von einem muslimischen Immigrantensohn assistiert. Das passt Konservativen überhaupt nicht.

Superheld Batman will doch nur das Böse bekämpfen. In seinen neusten beiden Comicbüchern ist es das organisierte Verbrechen in Paris. Als Assistenten hat er sich einen muslimischen Jungen ausgesucht. Damit haben die Macher nun den Zorn von amerikanischen Bloggern auf sich gezogen.

«Batman-Leser werden verwirrt»

«Nightrunner» heisst der wendige Gehilfe, der gemeinsam mit Batman auf Mission in Paris ist. Hinter dem coolen Künstlernamen verbirgt sich ein 22-jähriger Franzose algerischer Abstammung aus Clichy-sous-Bois. Dort also, wo vor bald fünf Jahren die bisher schwersten Banlieue-Krawalle Frankreichs stattfanden. Eine totale Fehlbesetzung, findet der konservative amerikanische Blogger Warner Todd Huston.

«In Zeiten, in denen muslimische Jugendliche das gesamte Land terrorisieren, werden Batman-Leser völlig verwirrt.» Scheinbar habe Batman keinen richtigen Franzosen gefunden, um Frankreich zu retten, spottete Huston in seinem Blog. Auch sein Kollege Avi Green kann nicht verstehen, dass Batman «keinen französischen Burschen oder ein Mädchen mit echtem Gerechtigkeitssinn anwirbt, sondern einen Vertreter einer ‹unterdrückten› Minderheit».

Absichtliche Besetzung

Dabei hat der britische Drehbuchautor David Hine Batmans Assistenten absichtlich mit einem Muslim besetzt. Er habe damit die gängigen Hollywood-Klischees bewusst durchbrechen wollen. Unter der Sarkozy-Regierung sei die französische Aktualität durch die Banlieues und die ethischen Minderheiten bestimmt. «Da war es unvermeidlich, dass mein Held franko-algerischen Ursprungs ist», rechtfertigt sich Hine auf der amerikanischen Website «Death and Taxes».

Das französische Wochenmagazin «L'Express» glaubt, dass Hine mit seiner Meinung alleine da steht. Dort heisst es, «dass sich die öffentliche Meinung in Frankreich ebenfalls gegen die Idee sträubt, dass Muslime gleich wie alle Franzosen sind.» Einer neuen Umfrage zufolge halten 68 Prozent der Franzosen Muslime für schlecht integriert. «Die konservativen Blogger in den USA ertragen nicht, dass ein Comic zehn Jahre nach den Terroranschlägen vom 11. September 2001 einen muslimischen Superhelden in Szene setzt», kommentierte die Pariser Zeitung «Le Figaro».

Comic ausverkauft

Der muslimische «Robin» alias Bilal Asselah wird an einer Stelle im Comic von der Polizei verprügelt, weil sie ihn und dessen Freund für Aufständische hält. Während dieser sich dafür rächt, indem er die Polizeistation niederbrennt und deswegen getötet wird, kann sich Bilal beherrschen und konzentriert sich dafür ganz auf seinen Sport, eine Akrobatik namens Parkour. Als die Unruhen in seinem Quartier wieder von vorne beginnen, zieht er sich eine Maske über und versucht, die Dinge wieder ins Lot zu bringen. Für Batman alias Bruce Wayne ist er also der ideale Assistent.

Auf mehreren englischsprachigen Blogs ist nun ein Kampf zwischen Pro-Islam-Vertretern und den Kritikern des muslimischen Superhelden entbrannt. In französischsprachigen Raum hat das Drama bislang keine grösseren Reaktionen hervorgerufen. Die beiden Batman-Comics sind seit ein paar Wochen im Umlauf. Offiziell sind sie bereits ausverkauft.

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