Zum Hauptinhalt springen

Redner in Rage

Ob Palin und Obama oder Juncker und Blocher: Wenn Politiker streiten, klingen sie zunehmend wie Generäle.

Nach dem Attentat von Tucson ist in den USA eine Debatte über die politische Kultur entbrannt. Anhänger der Demokraten bezichtigten die Republikaner, mit aggressiver Rhetorik und Kriegsmetaphern die Atmosphäre zu vergiften. Vor allem Sarah Palin gerät in den Fokus. Dabei stiesst ihre Parole «Nicht nachgeben – nachladen» besonders negativ auf.

Die Frage, ob es einen Zusammenhang zwischen der Tat und Palins Slogan gibt, beantworten die meisten Amerikaner inzwischen mit Nein, weil der Schütze offenbar kein überzeugter Republikaner war. Ein weiterer Aspekt der Debatte ist indes noch ungeklärt: Was bewirkt politische Kriegsrhetorik überhaupt? Und bei wem? Eine spannende Frage, zumal nicht nur in den USA eine Verschärfung der Rhetorik bemerkbar ist. In ganz Europa verschärft sich der Ton gegenüber Islamisten. Und jüngst verglich Christoph Blocher den luxemburgischen Premierminister Jean-Claude Juncker mit Hitler – weil dieser seinerseits zu martialischen Tönen gegriffen habe, indem er die Schweiz als «geostrategisches Unding» bezeichnet hatte.

Um diesen Artikel vollständig lesen zu können, benötigen Sie ein Abo.