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Scheinwelt im Rotlichtmilieu

Jeden Freitag präsentiert Redaktion Tamedia Fundstücke aus dem Archiv der Fotostiftung Schweiz. Heute: Jacek Pulawskis ausgezeichnete Reportage «Quadrantaria in Ticino» über das Sex-Gewerbe in Chiasso.

Prostituierte im Tessin: Die folgenden Bilder stammen alle aus der Reportage «Sex-Arbeiter in Chiasso», Schweiz 2010.
Prostituierte im Tessin: Die folgenden Bilder stammen alle aus der Reportage «Sex-Arbeiter in Chiasso», Schweiz 2010.
© Jacek Piotr Pulawski
Sichtbar und versteckt.
Sichtbar und versteckt.
© Jacek Piotr Pulawski
Gleichgültig.
Gleichgültig.
© Jacek Piotr Pulawski
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Diese Serie ist preisgekrönt, dieser Fotograf ebenfalls: Der 33-jährige Jacek Piotr Pulawski pflegt den sozialkritischen Fotojournalismus. Als Freelancer arbeitet der Pole hauptsächlich für Schweizer Zeitungen und Magazine. 2009 war er Gewinner des Swiss Press Photo und 2010 wurde Pulawski mit dem Swiss Photo Award der EWZ.Selection als bester Schweizer Fotograf mit «Quadrantaria in Ticino» ausgezeichnet.

Erniedrigung, Armut, Traurigkeit

In der Werkserie «Quadrantaria in Ticino» richtet Pulawski die Kamera auf Missstände im Schweizer Rotlichtmilieu. Die Illusion des schnell verdienten Geldes zieht unzählige ausländische Frauen und Männer ins illegale Sex-Gewerbe in Chiasso. Reich kehrt hier niemand in die Heimat zurück. Fehlende Arbeitsbewilligungen, hohe Lebenskosten und Ausbeutung versetzen die Prostituierten in einen Zustand der permanenten Unsicherheit.

Isolation, Erniedrigung und Armut – für Aussenstehende ist die Menschenverachtung dieser Ausbeutung kaum zu fassen. Diese Scheinwelt widerspiegelt sich in den harten hell-dunkel Kontrasten seiner Bilder. Die traurigen Zustände werden in einer fragmentarischen Sichtweise präsentiert, was als Analogie der Ware Mensch als Konsumgut gelesen werden kann.

Mit seinen fotografischen Werken aus dem Jahr 2010 unterstützte Jacek Piotr Pulawski die Nonprofitorganisation Schweizerische Beobachtungsstelle für Asyl- und Ausländerrecht. Im Auftrag von Amnesty International stellte er zudem Bilder zur Verfügung für die landesweite Kampagne «Emergency Help», die im Februar 2011 startete. Zurzeit arbeitet Pulawski an einem Langzeitprojekt über die Träume todkranker und behinderter Kinder.

Mehr Infos zum Fotografen: www.pulawski.ch

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