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«Sie lassen Berge von Kleidern zurück»

Im Feiertags-Kaufrausch werden sie gerne übersehen. Doch die Verkäuferinnen sehen uns. Was für ein Bild geben wir ab?

Tina Huber
Mehr Kunden, viel Hektik und Sonntagsverkäufe: Die Arbeit im Detailhandel ist in der Weihnachtszeit noch anstrengender als sonst. Foto: Reuters
Mehr Kunden, viel Hektik und Sonntagsverkäufe: Die Arbeit im Detailhandel ist in der Weihnachtszeit noch anstrengender als sonst. Foto: Reuters

Es ist Samstagabend, 19 Uhr, und es ist jetzt nicht der Moment, um eine Jeans zu kaufen. Oder genau der richtige. Der H&M, Massenmode auf drei Stockwerken, ist halb leer. Kein Anstehen bei den Kabinen, alles entspannt. Nur die Verkäuferinnen (und der eine Verkäufer) haben einen zackigen Schritt drauf. Ohne Unterbruch hängen sie Blusen zurück an die Stange, stapeln Kappen, ordnen Pullover nach Grösse und Farbe. Bis der nächste Kunde, die nächste Kundin den untersten Pullover hervorzerrt. Eine Arbeit ohne Ende. Wohl keine Menschengruppe schauen wir häufiger an, ohne sie zu sehen. «Eigentlich sind wir keine Menschen. Nur Inventar», sagt Sibylle Kramer*. Sie ist 37 und seit fast 20 Jahren Verkäuferin, zuletzt als Abteilungsleiterin bei H&M.

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