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Was Ghadhafi mit den Italo-Models treibt

Ghadhafi hat sich bei einer Modelagentur hunderte gross gewachsene Italienerinnen bestellt. Wozu genau? Und was haben Berlusconis Partys damit zu tun?

Die Welt kennt Muammar al-Ghadhafi als skurrilen, zuweilen dunklen bis bizarren Zeitgenossen. Und das schon lange, seit 1969. Der libysche Herrscher belustigt und befremdet sein Publikum. Er tourt in der Regel im Zelt durch die Welt. Seine Reden geraten immer viel zu lang. Er schlägt auch einmal vor, dass man Länder, denen er nicht wohlgesinnt ist, zerlegen und die Teile an die Nachbarn verteilen sollte. Bewachen lässt sich der Oberst, und auch das verdient immer eine Randnotiz bei den Berichten, von einem Heer von Amazonen. Er traut den Männern nicht. Von den Frauen dagegen hat Ghadhafi ein klares Bild.

Eine Modellagentur engagiert

Vorhang auf. In Rom, wo er dieser Tage am Welthungergipfel teilnahm, lud er für drei Abende in Folge je 200 junge Damen zu sich in eine Villa ein, draussen, an der Via Cassia. Er ist diesmal ohne Zelt angereist. Eine Modellagentur wurde mit dem Casting beauftragt. Die Vorgaben: Mindestens 1,70 Meter gross sollten sie sein, die Frauen, hübsch, zwischen 18 und 35 Jahre alt. Und sie sollten zurückhaltend gekleidet erscheinen: Rocksäume unterhalb der Kniekehlen, hochgeschlossene Tops. Etliche Bewerberinnen wurden abgewiesen, weil sie zu wenig geizten mit ihren Reizen.

Ghadhafi scharte die Hostessen um sich, in einem grossen U, setzte sich auf einen Fauteuil in ihre Mitte - und gab den Missionar. Eine Stunde lang dozierte er über die Vorzüge des Islam, die angeblich verkannt gute Stellung der Frauen in muslimischen Gesellschaften und über die Überlegenheit des Propheten Mohammed gegenüber Christus. Er rief die Damen auf, zum Islam zu konvertieren. Jeder Bekehrten werde er den Haddsch bezahlen, die Pilgerreise nach Mekka. Zum Abschied gab es ein Exemplar des Korans. Und 50 Euro fürs Erscheinen.

Berlusconis Partys

Was lehrt uns das? Wir raten mal. Vielleicht glaubt Ghadhafi, Allah seien junge, hübsche, gross gewachsene Konvertitinnen lieber als ältere, weniger attraktive, klein gewachsene. Oder irdischer: Ghadhafi selber bevorzugt die Gesellschaft junger, hübscher, gross gewachsener Frauen. Partygirls, sagen die Italiener. Eine dieser Damen fragte den Gastgeber, ob er schon von den Partys gehört habe, die Silvio Berlusconi in seinen Villen gebe. Da lächelte Ghadhafi und legte den rechten Zeigefinger auf die Lippen. Züchtiges Schweigen. Vorhang zu.

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