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Eine Milliarde für die Schweizer Kultur

Trotz Spardruck: Der Bundesrat will mehr Geld für Kultur ausgeben.

Der Kulturförderung mangle es derzeit an Koordination: Bundesrat Berset an der Pressekonferenz. (28. November 2014)
Der Kulturförderung mangle es derzeit an Koordination: Bundesrat Berset an der Pressekonferenz. (28. November 2014)
Keystone

Der Bundesrat will der Kulturförderung einen grösseren Geldtopf zur Verfügung stellen als bisher. In den Jahren 2016 bis 2020 möchte er über 1,12 Milliarden Franken investieren. Mit dem Geld soll möglichst vielen Personen der Zugang zur Kultur ermöglicht werden.

«Wir leben in einem viersprachigen Land mit einem reichhaltigen Kulturleben», sagte Kulturminister Alain Berset am Freitag vor den Medien in Bern. Der Kulturförderung mangle es derzeit aber an Koordination. «Das wollen wir ändern.»

Mit der Botschaft zur Kulturförderung 2016-2020 rückt der Bundesrat die kulturelle Teilhabe, den gesellschaftlichen Zusammenhalt sowie Kreation und Innovation in den Fokus seiner Überlegungen. Im Vergleich zur Förderperiode 2012-2015 wird das jährliche Budget um durchschnittlich 3,4 Prozent erhöht.

Die vorgesehenen Mittel übersteigen den Finanzplan des Bundes um jährlich 65 Millionen Franken. Berset erklärte, dass dies auch die Folge des vom Volk im September 2012 angenommenen Verfassungsartikels zur Jugendmusikförderung sei.

Noch mehr Geld gefordert

Neben der Ausarbeitung eines «Jugend Musik«-Förderprogramms werde auch die Leseförderung einen grösseren Stellenwert erhalten. Der Zustupf trotz Spardruck zeige, dass der Bundesrat die Bedeutung der Kultur anerkenne.

Gestützt auf das Kulturförderungsgesetz soll das Bundesamt für Kultur für die gesamte Periode insgesamt 174,1 Millionen Franken erhalten. Der Zahlungsrahmen für den Film beträgt 253,9 Millionen Franken, 142,7 Millionen sollen in Heimatschutz und Denkmalpflege fliessen. Gefördert werden auch Sprache und Verständigung, Schweizerschulen im Ausland oder die Stiftung Pro Helvetia mit 219,9 Millionen Franken.

In der Vernehmlassung, die laut Berset eine enorme Anzahl an Rückmeldungen auslöste, stiess die Vorlage «über sehr weite Strecken auf ein positives Echo». Sehr viele Teilnehmer - darunter 24 Kantone und die linken Parteien - beantragten jedoch in einzelnen Bereichen zusätzliche Mittel.

Dagegen verlangten einige Teilnehmer wie die FDP und SVP eine Kürzung der vorgesehenen Finanzmittel. Der Bundesrat blieb jedoch bei seinem Finanzierungsbeschluss. Berset sagte, er erwarte im Parlament insbesondere Anträge, die «hier und dort noch mehr Erhöhungen» verlangen würden. «Da müssen wir aufpassen.»

SDA/ldc

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