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Die Mutter von «Pumuckl» ist tot

Die «Pumuckl»-Autorin ist 94-jährig gestorben. Ellis Kaut hatte den rothaarigen Kobold 1962 erfunden.

Die Mutter des rothaarigen Kobolds Pumuckl ist tot: Ellis Kaut mit ihrer berühmten Figur. (Archivbild)
Die Mutter des rothaarigen Kobolds Pumuckl ist tot: Ellis Kaut mit ihrer berühmten Figur. (Archivbild)
Matthias Schrader/EPA

Die «Pumuckl»-Erfinderin Ellis Kaut ist tot. Sie sei in der Nacht zum Donnerstag im Alter von 94 Jahren friedlich eingeschlafen, sagte ihre Tochter Uschi Bagnall der Nachrichtenagentur AFP. Ellis Kaut starb demnach nach langer Krankheit in einem Pflegeheim bei München.

Der Kobold «Pumuckl» ist eine der bekanntesten Figuren der deutschen Kinderliteratur. Die damals beim Bayerischen Rundfunk als Autorin von Kinder-Hörspielen arbeitende Kaut hatte die Figur 1962 erfunden. Auf den Namen «Pumuckl» kam sie nach eigenen Worten, als sie im Winterurlaub ihren Mann mit Schnee eingeseift hatte und ihr Mann schimpfte, «du bist ein rechter Pumuckl». Die Leiterin des Kinderfunks habe sie dann gefragt, was denn ein «Pumuckl» sei – und sie habe sich daraufhin die Figur ausgedacht.

1962 als Hörspiel, 1982 als TV-Serie

1962 lief das erste Hörspiel mit dem Kobold, gesprochen bereits mit der charakteristischen Stimme von Hans Clarin. Bis 1971 schrieb Ellis Kaut rund 90 Hörspiele, dazu kamen später elf Bücher. Deutschlandweit populär wurde der «Pumuckl» vor allem durch einen 1982 erschienen Kinofilm und der direkt darauf folgenden Fernsehserie «Meister Eder und sein Pumuckl». Gustl Bayrhammer spielte in der Serie den Meister Eder, die charakteristische Stimme des Kobolds sprach wie auch in den Hörspielen der Schauspieler Hans Clarin.

Der Intendant des Bayerischen Rundfunks, Ulrich Wilhelm, erklärte, «Pumuckl» habe «Generationen von Kindern und Erwachenen begeistert». Die am 17. November 1920 in Stuttgart geborene Kaut hatte vor dem «Pumuckl» mit der Figur des «Kater Musch» einen weiteren Serienerfolg.

Ihr Tochter Uschi Bagnall sagte AFP, sie habe ihre Mutter noch am Tag vor ihrem Tod besuchen können. Als tröstlich empfinde sie den Zeitraum ihres Todes. «Sie war das erste Münchner Kindl und ist während des Oktoberfests gestorben.» Das Münchner Kindl, die Wappenfigur der bayerischen Landeshauptstadt, führt auf einem Pferd sitzend den Einzug der Wiesn-Wirte zum Oktoberfest an und steht beim Fassanstich neben dem Oberbürgermeister. Der Brauch wurde 1938 eingeführt, die damals 17-jährige Ellis Kaut war das erste Münchner Kindl.

Streitigkeiten um Urheberrecht und Bauchumfang

In den vergangenen Jahren war der «Pumuckl» Gegenstand einer Reihe von Gerichtsstreitigkeiten, die am Ende auch zu Lasten der Popularität der Figur gingen. Die Zeichnerin des «Pumuckl», Barbara von Johnson, und Ellis Kaut stritten sich vielfältig. Von Johnson hatte dem Kobold 1965 seine Optik gegeben und erstritt, dass sie sich die grafische Mutter des Pumuckl nennen darf.

Wiederholt unterlag Ellis Kaut vor Gericht gegen von Johnson. Als Folge der Streitigkeiten lief 2007 die Serie «Pumuckl TV» auch wegen eines Urheberrechtsstreits aus, ein «Pumuckl»-Museum schloss. Erst 2012, zum 50. Geburtstag des Kobolds, versöhnten sich die Autorin und die Zeichnerin. Zuletzt sorgte «Pumuckl» für Aufregung, weil er für eine Sonderausgabe einen schlankeren Bauch bekommen hatte. Nach Protesten versicherte Bagnall, dass «Pumuckl» in künftigen Veröffentlichungen wieder den gewohnten runden Bauch bekommen werde.

Die allererste Folge der Fernsehserie Meister Eder und sein Pumuckl:

(Quelle: Youtube.com/Konstantin Tönnessen)

AFP

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