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Fernsehen macht krank

Mit Grippe im Bett liegen und den ganzen Tag fernsehen? Das ist auch nicht mehr so toll wie früher. Schuld daran ist unter anderem MTV.

Früher war Grippe besser! Keine Schule, keine Hausarbeit und ganz viel Fernsehen. Morgens liefen Cartoons, mittags glitt das «Love Boat» über den Röhrenbildschirm, gefolgt von familienfreundlichen Krimiserien wie «Hart aber herzlich», und gegen Abend, wenn das Fieber wieder anstieg, Sitcoms wie «Alle unter einem Dach». Damals kurierte ich Erkältungen vor der Glotze noch vollständig aus – schliesslich war ich kein Asi-Kind, das Mitschüler ansteckt. Aber eben, damals.

Nun erwischte mich letzthin wieder eine Grippe, und ich litt wie ein Hund. Nicht wegen des Virus, sondern wegen des Fernsehprogramms. Klar, ich hätte DVDs schauen können, aber meine Kraft reichte bloss für einen Einschaltknopf, und das war halt jener des Fernsehgeräts. Zu meinem Erstaunen lief bis am frühen Nachmittag erst mal nur Teleshopping (ruft da echt jemand an?) und Astrofernsehen (ja, da ruft echt wer an!). Gefolgt von 99 alten «How I Met Your Mother»-Folgen. Ich rettete mich auf MTV und dachte: Wenn schon keine guten Serien anstehen, dann halt Videoclips schauen.

Doch statt Musik lief die Lifestyle-Serie «Girl Code», in der ein paar Frauen anderen Frauen die Welt erklären: nicht lästern. Sex mit dem Ex nur ohne Gefühle. Aber immer schön aufpassen wegen Geschlechtskrankheiten. Ein Rat, den die Hauptdarsteller der MTV-Realityshow «Geordie Shore» gut gebrauchen könnten. Die reisen nämlich saufend und poppend um die Welt – und mein einstiges Lieblingsmedium hält es auch noch für nötig, das in mein Krankenzimmer zu übertragen. Dann sich doch lieber ins Büro schleppen und Mitarbeiter anstecken.

«Girl Code» und «Geordie Shore»: MTV, diverse Zeiten.

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