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Graziös aufs Schaffott

Die gewaltgesättigte BBC-Produktion «Maria Stuart – Blut, Terror und Verrat» ist jetzt auf deutsch erhältlich.

Rom hat einst irre Kaiser hervorgebracht, England blutrünstige Königinnen und Könige. Man kann das bei Shakespeare nachlesen oder sich in den «Tudors» staffelweise anschauen. Auch die BBC hat jetzt gerade wieder so eine gewaltgesättigte und schön kostümierte Preziose auf DVD veräussert, nämlich einen Zweiteiler von 2004, der im Original «Gunpowder, Treason & Plot» heisst und in der Übersetzung «Maria Stuart – Blut, Terror und Verrat». Um Maria Stuart geht es dabei nur zur Hälfte, um die schöne schottische Königin, die mit 18 aus Frankreich zurückkehrte, um – volljährig und grässlich umstritten – die Regentschaft auszuüben. Es gelang ihr nur wenige Jahre lang, dann wurde sie von ihrer Konkurrentin, Elisabeth I., für 18 Jahre ins Gefängnis geworfen und mit 45 Jahren geköpft.

In dem ihr gewidmeten ersten Teil ist nun sehr schön zu sehen, wie eine junge Frau, gespielt von Clémence Poésy («Harry Potter», «Krieg und Frieden»), zuerst brutal allerlei Regeln des Systems unterworfen wird, dann aber allmählich Gefallen findet an der Macht und der Hartherzigkeit. «You must learn to enjoy executions», rät ihr ein Höfling. Das tut sie denn auch. Als sie schliesslich im Gefängnis sitzt und von ihrem erwachsenen Sohn James I. (Robert Carlyle) besucht wird, übt sie, «eyery inch a queen», wie sie möglichst graziös ihren Kopf auf dem Schaffott verlieren könnte. Schliesslich soll das Volk ihre eigene Exekution auch geniessen können.

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