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Moderator Karl Moik ist tot

Karl Moik, der frühere Moderator des «Musikantenstadl», ist im Alter von 76 Jahren gestorben.

Moderierte den «Musikantenstadl» erstmals 1980: Karl Moik während Dreharbeiten 2000 in Basel.
Moderierte den «Musikantenstadl» erstmals 1980: Karl Moik während Dreharbeiten 2000 in Basel.
Keystone
Karl Moik (r.) mit Sepp Trütsch (l.) und Sandra Weiss am Grand Prix der Volksmusik 1997.
Karl Moik (r.) mit Sepp Trütsch (l.) und Sandra Weiss am Grand Prix der Volksmusik 1997.
Keystone
Moik in Wien mit Francin Jordi, der Siegerin des Grand Prix der Volksmusik 1998.
Moik in Wien mit Francin Jordi, der Siegerin des Grand Prix der Volksmusik 1998.
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Über ein Vierteljahrhundert begeisterte er Millionen mit seinem «Musikantenstadl» und etablierte sich als Volksmusikpapst: Karl Moik. Am Donnerstag ist der Fernsehmoderator in Salzburg im Alter von 76 Jahren verstorben.

Geboren wurde Karl Moik am 19. Juni 1938 in Linz. Er wuchs in bescheidenen Verhältnissen in Hallein bei Salzburg auf. Nach Abschluss seiner Schulausbildung absolvierte er eine Lehre als Werkzeugmacher.

Früh widmete er sich zudem der Musik, lernte Klavier und Akkordeon und absolvierte 1970/1971 eine Sprechausbildung am Salzburger Mozarteum. Bevor Moik zu seiner Berufung im «Musikantenstadl» fand, schulte er sein Moderatoren-Geschick als Vertreter für Öfen, Kopiergeräte und Fernsehantennen.

Daneben demonstrierte er sein Show- und Musiktalent als Mitglied des Jazz-Trios «Jolly Austrians», mit dem er durch ganz Europa tingelte. In dieser Zeit versuchte er sich auch als Interpret volkstümlicher Lieder. Als Ansager bei einem Fussballspiel fiel er einem ORF-Redakteur auf, der ihn ins Studio des Senders vermittelte.

Millionenpublikum

1973 machte Moik erstmals nachhaltig auf sich aufmerksam, als er beim ORF in Linz die Radiosendung «Volkstümliche Hitparade» durchsetzte und moderierte. 1980 schliesslich konzipierte er für den ORF die Volksmusik-Fernsehsendung «Musikantenstadl», die mit Moik als Moderator ungewöhnliche Popularität gewann.

In den 80er-Jahren lockte die Sendung über drei Millionen Österreicher und ein Vielfaches an Deutschen vor die Fernsehschirme. Über die eigentliche Volksmusik hinaus widmete sich der «Musikantenstadl» immer mehr ganz allgemein der populären Musik und liess auch Raum für Operettenmelodien.

Salopper Stil

Moiks Moderationsstil, der von Gesangseinlagen sowie seinem oft direktem Schmäh geprägt war - weil er in einer Sendung 2004 etwa Italiener als «Spaghetti-Fresser» bezeichnet hatte, erntete er heftige Kritik und entschuldigte sich - schien unverzichtbar für den «Stadl». Dennoch wollten ARD und ORF Moik gegen Ende zum Rücktritt bewegen, mit Andy Borg war bereits ein Nachfolger gefunden.

Am 31. Dezember 2005 hiess es dann für Moik nach 25 Jahren und zahlreichen Reisen um die Welt in Klagenfurt zum letzten Mal «Servas, pfiat Gott und auf Wiedersehen». Mit einem leichten Schlaganfall im Anschluss an die letzte Sendung sorgte Moik jedoch auch nach seinem Abtritt für Aufsehen. Schon 2004 hatte er einen Herzinfarkt erlitten.

Schwaches Herz

In den vergangenen Jahren wurde es dann still um den Vollblutshowmaster, seine Auftritte wurden rar. Die letzten Monate waren von Krankheit geprägt, erlitt Moik doch 2014 einen weiteren Herzinfarkt. Zuletzt war er im Januar aus dem Spital in Hallein entlassen worden, wo er sich wegen Nieren- und Herzproblemen behandeln und am rechten Arm operieren lassen musste. In Salzburg ist Moik nun auch im Alter von 76 Jahren verstorben.

Bereits zu Lebzeiten wurde der Publikumsliebling für seine Verdienste um die Kultur geehrt und erhielt etwa 2003 das Grosse Goldene Ehrenzeichen der Stadt Linz. Ausserdem wurde ihm im August 2004 der Ehren-Professorentitel verliehen. 2004 und 2007 erhielt Moik eine Krone der Volksmusik.

AFP/kpn

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