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TV-Kritik: Brustimplantate vom Bodensee

Können Silikonbrüste auslaufen? Und seit wann sprechen Schweizer Normalos Bühnendeutsch? Der «Tatort» vom Bodensee warf unerwartete Fragen auf.

Die Bodensee-Trilogie des «Tatort», jene deutsch-schweizerischen Ermittlungen zwischen Idylle und Langeweile, ist zu Ende. Und damit auch die zart keimende Romanze zwischen den Kommissaren Blum und Flückiger. Schade. Gerade in Zeiten der Deutschenfeindlichkeit waren die beiden ein leuchtendes Vorbild für Völkerverständigung. Aber schauen wir uns den Fall an. Handlungsort war eine Schweizer Schönheitsklinik, von vier befreundeten Ärzten geleitet. Zwei Schweizerinnen, zwei Deutsche. Wobei die eine Schweizerin die Auftaktleiche war. Weil die Frau Wohnsitz im deutschen Konstanz hatte, mussten Flückiger und Blum zusammen ran.

Ein schnörkelloser Einstieg, der die Kommissare ins Reich der Faltenterminatoren und Fettabsauger eintauchen liess. So funktionierte der gestrige «Tatort» als klassischer Türöffner zu einem Milieu, das Otto Normalzuschauer unvertraut ist. Leider schöpfte man das Potenzial nicht völlig aus. Zwar geisterte Blums Assistent Kai Perlmann undercover und nächtens durch die Klinik. Doch ausser ein paar Brustimplantaten, die auslaufen können und die zu seinem Erstaunen nicht nur in verschiedenen Grössen, sondern auch Formen daherkamen, blieb das Thema Schönheitschirurgie unbewirtschaftet.

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