Hollywoods jüngstes Multitalent

Zoe Kazan stammt aus einer filmverrückten Familie. Jetzt gibt die Schauspielerin mit der Komödie «Ruby Sparks» ihr Debüt als Drehbuchautorin. Und erklärt, wie sie für ihren Film alles auf eine Karte setzte.

Ein Paar vor und neben der Kamera: Zoe Kazan und Paul Dano tun im Film «Ruby Sparks» so, als hätten sie sich eben erst kennen gelernt.

Ein Paar vor und neben der Kamera: Zoe Kazan und Paul Dano tun im Film «Ruby Sparks» so, als hätten sie sich eben erst kennen gelernt.

(Bild: zvg)

Hans Jürg Zinsli@zasbros

Zoe Kazan, Sie stammen aus einer Familie voller Drehbuchautoren und Regisseure. Sie selbst begannen als Schauspielerin...Zoe Kazan: Ja. Ich musste zuerst auf eigenen Beinen stehen, bevor ich mich imstande fühlte, ein Drehbuch zu schreiben.

In «Ruby Sparks» gehts um Schreibstau. Kennen Sie das schon aus eigener Erfahrung? Zum Glück nicht. Falls ich mal nicht schreiben kann muss ich auch nicht. Mein Hauptjob ist die Schauspielerei. In der Regel liegt das Problem aber andersrum: Ich muss mir Zeit freischaufeln, damit ich zum Schreiben komme.

Apropos Schreiben: Weshalb benutzt Calvin, die Hauptfigur in «Ruby Sparks», eine altertümliche Schreibmaschine? Es ist ein Symbol für Calvins geistigen Zustand als Romantiker. Er ist so einsam, dass man seine Isolation bei allem spüren soll, was er tut. Mit einem Computer wäre er übers Internet mit der ganzen Welt verbunden. Kommt hinzu, dass ich eine Schreibmaschine für ein extrem filmtaugliches Requisit halte.

In «Ruby Sparks» spielen Sie eine Traumfrau, die real wird und von Calvin mittels Schreibmaschine beeinflusst werden kann. Das erinnert ein wenig an Marc Forsters «Stranger than Fiction» Oh, ich mag diesen Film! Aber es gibt einen grossen Unterschied: «Stranger than Fiction» dreht sich um Fragen der Identität und darum, wie man sein eigenes Leben bestimmt. In «Ruby Sparks» gehts um eine Beziehung...

...in der Ihr Lebenspartner Paul Dano die Hauptrolle spielt. Komisch, nicht? Wir sind seit vier Jahren ein Paar und müssen im Film so tun, als hätten wir uns gerade erst kennen gelernt.

Gab es Parallelen zwischen der Film- und der Realbeziehung? Nun, ich packte nicht so viel ins Drehbuch, wie ich gekonnt hätte. Paul ist sehr scheu. Er wäre sofort ausgestiegen, wenn sich Privatleben und Film zu nahe gekommen wären.

Wie schafften Sie es, Ihr erstes Drehbuch gleich bei Fox Searchlight, einer Tochterfirma des Hollywoodstudios 20th Century Fox, unterzubringen? Heutzutage kaufen Studios am liebsten Drehbuchentwürfe und lassen diese von eigenen Autoren umschreiben. Für auswärtige Autoren gibt es kaum Möglichkeiten. Dieses Spiel wollte ich nicht mitspielen. Ich weiss, wie schnell etwas falsch läuft, vor allem wenn ein Film einen so speziellen Tonfall hat wie «Ruby Sparks». Deshalb legte ich von Anfang an meine Bedingungen fest: Den Film gibts nur als Alles-oder-nichts-Paket. Was auch geschieht – niemand schreibt ihn um.

Das wurde so akzeptiert? Ja. Es liegt eine Menge Power darin, wenn man anderen ohne Umschweife sagt, was man will. Für mich war klar: «Ruby Sparks» wird es auf die Leinwand schaffen – entweder mit Minimal- oder mit Maximalbudget.

Als Regisseure des Films kamen Jonathan Dayton und Valerie Faris («Little Miss Sunshine») an Bord. Wollten Sie nicht selbst die Regie übernehmen? Nein. Gleichzeitig vor und hinter der Kamera zu stehen, finde ich enorm anstrengend. Ausserdem fühlte ich mich noch nicht bereit dazu, Regie zu führen. Aber es reizt mich schon. Wer weiss, eines Tages...

Berner Zeitung

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