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Das Comeback der Weltraumchaoten

Sympathisch selbstironisch: Mit «Guardians of the Galaxy 2» gelingt Regisseur James Gunn ein würdiger Nachfolger seines ausserirdischen Überraschungshits.

Sie sind also zurück. Diese wunderbar schrägen, halbseidenen Wächter der Galaxis: Der grossspurige Kleinganove Peter Quill (Chris Pratt), der als Kind von der Erde entführt wurde und sich seitdem unter dem hoch­trabenden Pseudonym Star-Lord durchs Weltall schlawinert. Die grünhäutige Kämpferin Gamora (Zoe Saldana), der waffenverrückte Waschbär Rocket (Stimme: Bradley Cooper), der Hüne Drax (Dave Bautista). Und der wortkarge Baum Groot (Stimme: Vin Diesel), der als Sprössling wiedergeboren wurde, nachdem er sich am Ende von Teil 1 für ­seine Freunde geopfert hatte. Nun sorgt er als Baby-Groot für einen angemessen bizarren Niedlichkeitsfaktor.

Star-Lord trifft auf Ego

Alles in allem keine Truppe, der man freiwillig das Schicksal des Universums anvertrauen würde. Aber was kann man machen? Auch in «Guardians of the Galaxy 2» muss sich dieser im wahrsten Sinne bunt zusammengewürfelte Haufen gegen allerlei Bösewichte behaupten. Gamoras fiese Schwester Nebula (Karen Gillan) ist mal wieder hinter ihnen her. Und dann bringen sie auch noch ein ganzes genetisch perfektioniertes Volk gegen sich auf.

Unerwartete Hilfe erhalten sie dafür von Star-Lords leiblichem Vater (Kurt Russell) und dessen naiv einfühlsamer Begleiterin Mantis (Pom Klementieff). Quills Dad nennt sich übrigens Ego, und man ahnt schnell, von wem der Star-Lord seine «Bescheidenheit» geerbt hat.

Gags, Anspielungen, Pointen

Anders als im ersten Teil, in dem sich die Guardians erst allmählich zu einer Einheit formten, verstreuen sie sich diesmal in alle Winde, ehe sie zum furiosen Ende wieder zusammenfinden. Zwischendurch gerät die Handlung mit diversen Parallelschauplätzen zwar arg unübersichtlich. Es sind denn letztlich auch die Gags, Anspielungen und Pointen, die den Film zusammenhalten. Und natürlich der 70er- und 80er-Jahre-Soundtrack der zweiten «Awesome»-Kassette, die Quill in seinen Sony Walkman steckt: von Electric Light Orchestra über Fleetwood Mac bis zu George Harrison und Cat Stevens.

Wie schon der erste Teil präsentiert sich auch die Fortsetzung von James Gunns Comicverfilmung als sympathisch­selbstironisches Kleinod in Marvels Superheldenuniversum. Ein hochprofessionell inszeniertes und mit teuren Spezialeffekten gespicktes Kleinod freilich. Während Gunn mit dem Original noch einen Überraschungshit landen konnte, muss er sich diesmal an den selbst geschaffenen Ansprüchen messen lassen.

Helden mit Schlagseite

An die unbekümmerte Frische des ersten Teils reicht der Nachfolger nicht ganz heran. Manches wirkt gewollt. Dennoch ist es Regisseur Gunn und den abermals lustvoll aufspielenden Darstellern gelungen, den anarchischen Han-Solo-Charme zu bewahren. Und so macht es auch diesmal wieder unglaublich Spass, diese kauzig-chaotischen Helden mit Schlagseite auf ihrer nostalgischen Rettungsmission zu be­gleiten.

«Guardians of the Galaxy 2»: Der Film läuft ab 27.4. im Kino.

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