Zum Hauptinhalt springen

Das engagierte Kino eines Unbestechlichen

Der italienische Filmregisseur Francesco Rosi ist mit 92 Jahren im Schlaf an den Folgen einer Bronchitis gestorben.

In «Il caso Mattei» (1972), Francesco Rosis fesselnder Rekonstruktion eines nie restlos aufgeklärten Skandalfalls, tritt der Regisseur in einer kleinen Nebenrolle auf: Als Reporter versucht er Licht in die dubiosen Begleitumstände jenes Flugzeugunfalls zu bringen, bei dem Enrico Mattei, mächtiger Chef der staatseigenen Erdölfirma AGIP und Präsident der ENI, ums Leben kam.

Was dem Reporter kaum gelingen wird, leistet der Film als Ganzes: Nämlich eine Liste von Gründen und Argumenten anzuführen, die der offiziellen Version des Unfalls widersprechen – und zugleich ein differenziertes Porträt vorzulegen eines charismatischen Machtmenschen. Man kann Rosis kleinen Auftritt als ironisch gefärbten Hinweis lesen für sein Selbstverständnis eines Aufklärers und Rechercheurs im Dienste der Wahrheit. Dennoch sah Rosi die eigene Rolle etwas bescheidener.

Um diesen Artikel vollständig lesen zu können, benötigen Sie ein Abo.