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Der Frust des Sexsymbols

Bisher unveröffentlichte Tagebucheinträge Marilyn Monroes zeigen die intellektuelle und nachdenkliche Seite des Hollywoodstars.

Am 9. September 1954 posiert Marilyn Monroe auf einem U-Bahnschacht bei den Dreharbeiten zu «Das verflixte siebte Jahr» in New York.
Am 9. September 1954 posiert Marilyn Monroe auf einem U-Bahnschacht bei den Dreharbeiten zu «Das verflixte siebte Jahr» in New York.
AP Photo/Matty Zimmerman, Keystone
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Sie war der erste ganz grosse Star Hollywoods, ein Sexsymbol mit einer zuvor kaum gesehenen glamourösen Ausstrahlung. Sobald aber die Blitz- und Scheinwerferlichter aus waren, war auch Schluss mit dem Glamour. Tagebucheinträge zeigen den Star als in sich gekehrte Frau, die sich für die Künstler der italienischen Renaissance interessierte, die Gedichte schrieb und die Kochrezepte notierte.

Die Tagebucheinträge stammen aus dem Nachlass des berühmten Schauspiellehrers Lee Strasberg, bei dem auch Monroe ihr Handwerk gelernt hatte und mit dem sie zeitlebens befreundet war. Die Tagebucheinträge werden im Oktober in Frankreich, Grossbritannien und den USA in Buchform unter dem Titel «Fragmente» veröffentlicht, angereichert mit vielen Fotografien und erläuternden Texten. Laut Medienberichten erwähnt Monroe in den Notizen auch ihren Frust darüber, in erster Linie als Sexsymbol und nicht als Künstlerin wahrgenommen zu werden. Sie hält aber auch normale Alltagsprobleme fest und schreibt zum Beispiel über das Kochen. «Eine gewisse Melancholie durchdringt das gesamte Buch», sagt der französische Verleger Bernard Comment.

Ein Flair fürs Schreiben

Courtney Hodell, der Herausgeber der US-Ausgabe des Buches, sieht in den Tagebuchfragmenten auch eine Art Therapie: «Ich denke, für sie war Schreiben nicht bloss Vergnügen, sie sah es als Notwendigkeit, um ihr Leben zu strukturieren und um ihre starken Gefühle zu bändigen.» Er sieht aber durchaus auch literarische Qualitäten. «Sie war sehr belesen und hatte ein Flair fürs Schreiben», sagt er gegenüber der Nachrichtenagentur AP – und schwärmt von einigen ihrer «wunderbaren» Gedicht-Fragmenten.

Die Mehrheit Tagebucheinträge stammen aus den Jahren zwischen 1951 – kurz nach dem Start ihrer Karriere – und 1962. Also aus jener Zeit, in der sie mit ihren Ehen mit Baseballstar Joe DiMaggio und dem Dramatiker Arthur Miller sowie mit den Gerüchten um eine Affäre mit Präsident John F. Kennedy für Schlagzeilen sorgte. Monroe war in ihrem Leben mehrfach in psychiatrischer Behandlung, 1962 starb sie im Alter von 36 Jahren an einer Überdosis Medikamenten.

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