Zum Hauptinhalt springen

«Eine Frau zu sein, ist noch kein Wagnis»

Agnès Varda, die 86-jährige Doyenne der Nouvelle Vague, steht vor ihrem dritten Leben als Künstlerin. Nun nahm sie am Filmfestival Locarno den Ehrenleoparden entgegen.

Für ihr Lebenswerk geehrt: Agnès Varda posiert mit dem Ehren-Leoparden. Foto: Urs Flüeler (Keystone)
Für ihr Lebenswerk geehrt: Agnès Varda posiert mit dem Ehren-Leoparden. Foto: Urs Flüeler (Keystone)

Mit Filmen wie «Sans toit ni loi» oder «Cléo de 5 à 7» haben Sie die Grammatik des Kinos verändert. Ist heute wieder eine gute Zeit für solche Experimente?

Eigentlich schon. Aber von welchem Kino reden wir? Den Mainstream gibt es weiterhin. Besetzt so ein Blockbuster die Hälfte der Säle, müssen die anderen Filme ihren Platz finden. Die Situation ist schwierig geworden für junge Regisseure. Festivals wie Locarno spielen eine wichtige Rolle, sie geben Filmen eine Chance, die kaum Geld verdienen. Aber Experimente wurden immer gemacht, denken Sie an Andy Warhol. Wir sind vielleicht nicht von der Idee begeistert, einen achtstündigen Film über einen schlafenden Mann zu schauen. Aber Warhol hat Neues ausprobiert und gemerkt, dass Kino die Dauer des Lebens einfangen kann. Etwas Ähnliches habe ich mit «Cleo de 5 à 7» versucht. Der Film spielt während zwei Stunden und studiert die Zeit wie ein eigenes Material. Einer wie Jean-Luc Godard experimentiert noch heute, jetzt untersucht er sogar 3-D. Wir brauchen Leute, die andere Filme drehen.

Um diesen Artikel vollständig lesen zu können, benötigen Sie ein Abo.