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Kunst aus Kälte

Ein langer Blick in ein erfrorenes Herz: Der türkische Filmregisseur Nuri Bilge Ceylan erzählt in «Winter Sleep» von der Simulation menschlicher Wärme. Das grossartige Dialogstück gewann in Cannes die Goldene Palme.

Ein eisiger Wind umweht Nuri Bilge Ceylans Hotel Othello und dessen Bewohner in der felsigen Landschaft Kappadokiens. Foto: Trigon-Film
Ein eisiger Wind umweht Nuri Bilge Ceylans Hotel Othello und dessen Bewohner in der felsigen Landschaft Kappadokiens. Foto: Trigon-Film

Die Welt friert in «Winter Sleep», dem Spielfilm des Türken Nuri Bilge Ceylan. Er handelt von der Unterkühlung, das Wort in jedem Sinn genommen. Das Klima draussen entspricht dem Frösteln der Seelen. Die Menschen frieren selbst bei eingeschalteter Heizung und möchten es doch gern warm haben. Am liebsten wärmten sie sich aneinander, aber ihre inneren Gefühlsöfelchen glimmen schon unzureichend gegen das eigene Frieren an; deshalb hat keiner ein Plusgrad an den andern zu verschenken, und es trifft Kälte auf Kälte.

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