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Nur zwei kennen die Namen der Oscar-Gewinner

Die Stimmen werden von Hand ausgezählt, nichts wird ausgedruckt: Die Vergabe der Oscars folgt einem streng geheimen Prozedere.

Brian Cullinan (links) bei der letztjährigen Oscarverleihung auf dem roten Teppich mit einem Kollegen. Dieses Jahr zählt er zusammen mit Martha Ruiz die Stimmen. (2. März 2014)
Brian Cullinan (links) bei der letztjährigen Oscarverleihung auf dem roten Teppich mit einem Kollegen. Dieses Jahr zählt er zusammen mit Martha Ruiz die Stimmen. (2. März 2014)
Mike Blake, Reuters

Bloss zwei Menschen kennen die Namen der 24 Oscar-Gewinner, die am Sonntagabend in Los Angeles ausgezeichnet werden: Brian Cullinan und Martha Ruiz. Im wirklichen Leben arbeiten die beiden Hüter der Oscar-Geheimnisse als Wirtschaftsprüfer. Zusammen mit einigen wenigen Helfern zählten sie die Stimmen der mehr als 6000 Mitglieder der Oscar-Akademie aus, die über Sieger und Verlierer bei der Gala entscheiden. Damit die Namen bis zur letzten Minute geheim bleiben, wird grundsätzlich von Hand ausgezählt.

Keiner der Helfer darf eine der 24 Kategorien allein auszählen - nur Cullinan und Ruiz kennen das Gesamtergebnis. Auf Computern werden die Resultate nicht gespeichert - aus Angst vor Hackern. «Wir drucken alles aus», sagte Cullinan der Nachrichtenagentur AFP. Beide bekommen dann jeweils einen kompletten Satz Karten, auf die sie per Hand die Namen der 24 Sieger schreiben. Dann stecken sie die Karten in Umschläge und kleben diese zu. In zwei Aktenkoffern werden die Umschläge bis zum Beginn der Gala von Sicherheitsleuten bewacht.

Um ganz sicher zu gehen, lernen Cullinan und Ruiz die Namen der 24 Sieger aber auch noch auswendig. Am Sonntagabend werden sich die beiden dann getrennt auf den Weg zum Dolby Theatre in Hollywood machen. Die Moderatoren erfahren erst beim Öffnen der Umschläge, wem sie den Preis überreichen dürfen.

Schmuck, Reisen, Vibratoren als Geschenke

Als wäre eine Oscar-Nominierung nicht schon genug: Die nominierten Stars werden auch noch mit «Goodie-Bags» verwöhnt. Das sind Geschenktüten mit Gutscheinen für Luxus-Reisen, Schmuck, Kosmetik und ausgefallenen Artikeln wie Vibratoren. «Wir verschenken diesmal sieben teure Reisen, von den Bahamas bis Tahiti. So etwas lockt die Promis an», sagt Amy Boatwright, Veranstalterin einer Geschenk-Lounge mit Gratisabgaben für Oscar-Nominierte und Filmsternchen.

Kurz vor der Preisgala packten die geladenen Gäste in der Lounge eines L.A.-Promi-Hotels auch kleinere Geschenke wie Faltencreme und Diätpillen in ihre Tragetaschen. Auch US-Sängerin Danielle Brisebois, in diesem Jahr mit dem Song «Lost Stars» des Comedy-Dramas «Can a Song Save Your Life?» für einen Oscar nominiert, profitierte am Freitag von der Spendierlaune der Sponsoren, darunter ein Sexspielzeughersteller.

Werbeeffekt der Promis

«Ich habe gerade einen Vibrator geschenkt bekommen», freute sich die Sängerin. «So ganz verstehe ich diese Geschenk-Tüten nicht, aber es muss wohl gut fürs Geschäft sein», sagte Brisebois der deutschen Nachrichtenagentur dpa. Die Sponsoren setzen auf den Werbeeffekt, wenn Promis mit den Produkten gesehen werden.

Egal ob Verlierer oder Gewinner - alle 25 nominierten Schauspieler und Regisseure sowie Show-Moderator Neil Patrick Harris erhalten nach der Oscar-Gala auch noch einen «Goodie-Bag» der Werbefirma «Distinctive Assets» im Wert von über 160'000 Dollar, wie der Sender CNN berichtete. Neben Gutscheinen für Fernreisen und einen Mietwagen für ein ganzes Jahr sind demnach auch Wellness-Produkte und andere Luxusartikel in der Geschenktüte.

SDA/thu

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