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«Lederstrumpf» ist tot

Der Schauspieler Hellmut Lange, Darsteller Dutzender Filme und Fernsehserien und ein Pionier des deutschen Radios, ist verstorben.

Lange sei bereits am 13. Januar nach langer Krankheit in Berlin gestorben, wenige Tage vor seinem 88. Geburtstag, wie seine Ehefrau Ingrid am Montag sagte. Der Mann mit dem markanten, narbigen Gesicht, spielte unter anderem in den 60er Jahren in den beliebten Edgar-Wallace- und Francis-Durbridge-Krimis, in der TV-Serie «Salto mortale» und im Vierteiler «Lederstrumpf». Ausserdem moderierte er die TV-Reihe «Kennen Sie Kino?» Als Synchronsprecher lieh Lange unter anderen Charlton Heston, Paul Newman, Roy Scheider und Donald Sutherland seine rauchige Stimme. In der Nachkriegszeit sei die Schauspielerei eine «brotlose Kunst» gewesen, sagte er in einem Interview. Nur fünf Mark habe er pro Auftritt verdient. Zum ersten Mal trat er Ende der 50er Jahre im Fernsehen auf, im «Stahlnetz – Mordfall Oberhausen». Dann folgte die erste grössere Rolle in «Waldhausstrasse 20», im ersten abendfüllenden Film des deutschen Fernsehens. Hier spielte er einen schwedischen Pfarrer, der in seiner Kirche Juden versteckt.

Tragischer Tod des Sohns

Auch war Lange im Komödien-Fach zu Hause. So trat er 1965 als «006» in Michael Pfleghars James-Bond-Persiflage «Serenade für zwei Spione» neben Heidelinde Weis auf. Ob als Northumberland im Fernsehfilm «Richard II» oder auch als «Lederstrumpf» – der Mann mit dem Knittergesicht spielte gerne in historischen Werken mit, etwa als kriegserprobter Soldat in «Hitler – ein Film aus Deutschland» oder in einem Dokumentarspiel zur Kuba-Krise.

Schicksalsschläge blieben Lange nicht erspart. 1965 ertrank sein dreijähriger Sohn Jonas in der Würm in Bayern beim Angeln. «Das Schlimmste war, dass ich nicht dabei war», sagte Lange später. Zu der Zeit drehte er in Amerika. Zuletzt lebte Lange zurückgezogen in Berlin, wo er in den kommenden Tagen im engsten Familienkreis bestattet werden soll.

SDA/phz

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