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«Jeder kann leben wie ein Künstler»

Jacqueline Burckhardt ist eine bedeutende Persönlichkeit der Kunstwelt. Wir sprechen mit ihr über persönliche Helden, ihre Jugend und die Kunst des Lebens.

Natürlich umgeben von Kunst: Jacqueline Burckhardt im Salotto, vorne die «betrunkene Rakete» von Sylvie Fleury, an der Wand hängen ein Bild von Sigmar Polke (rechts) und «Heaven/Hell» von Ed Ruscha. Foto: Flavio Karrer
Natürlich umgeben von Kunst: Jacqueline Burckhardt im Salotto, vorne die «betrunkene Rakete» von Sylvie Fleury, an der Wand hängen ein Bild von Sigmar Polke (rechts) und «Heaven/Hell» von Ed Ruscha. Foto: Flavio Karrer

Jacqueline Burckhardt, können Sie uns etwas erzählen über Ihre Kindheit und Jugend?

Geboren wurde ich als Diplomatenkind in Basel und wuchs in Prag, Oslo, Stockholm, Rom und Bern auf. Danach ging ich allein für ein paar Jahre wieder zurück nach Rom. Zwischendurch waren mein Bruder und ich ferienhalber immer wieder in Basel, wo unsere beiden Grosselternpaare lebten. Eine Schlüsselfigur für mich wurde der Grossvater mütterlicherseits – den liebte ich. Er war Chemiker, Mitinhaber einer Gerbstofffabrik in Italien und ging früh seinen privaten Forscherinteressen nach. In einem Stallgebäude in seinem Garten hatte er seine Alchemistenklause eingerichtet, eine Art Wunderkammer mit einem Laboratorium. In der Bibliothek türmten sich dort naturwissenschaftliche und kunsthistorische Bücher, und in einem Terrarium lebte der Frosch Laura. Grossvater sammelte Fliegen, Schmetterlinge und Briefmarken und interessierte sich vor allem für Leder. Die ungewohnte Verbindung von Fliege zu Leder schuf bei ihm die Dasselfliege, die ihre Eier in die Rinderhaut ablegt, wodurch sich gewisse Löcher im Leder erklären lassen. Für seine Studien zur Dasselfliege verlieh die Uni Bern meinem Grossvater sogar den Ehrendoktor.

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