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Künstlerische Probleme mit dem Schambereich

Der ehemalige Benetton-Fotograf Oliviero Toscani hat mit einem Auftrag für den «Rolling Stone» erneut für einen Eklat gesorgt.

Für das Magazin «Rolling Stone» veröffentlichte Toscani einen Jahreskalender mit den Fotos der Schamgegend von zwölf Frauen. Der Gemeinderat von Florenz hat nun die Vernissage verboten. Der Kalender sollte am kommenden Donnerstag im Rahmen der Herren-Modemesse Pitti Uomo in Florenz vorgestellt werden. Der Gemeinderat der toskanischen Hauptstadt verlangte jedoch, dass die Präsentation abgesagt werde. Der Kalender sei für Frauen beleidigend, urteilten die Mitglieder.

Toscani reagierte entrüstet. «Ich begreife nicht, überall sieht man Fotos von Frauen, die von der Werbung als Lustobjekte dargestellt werden. Ich habe dagegen Frauen in ganzer Natürlichkeit abgebildet. Wenn man nicht will, dass ich meinen Kalender in Florenz präsentiere, werden wir es eben woanders tun.»

Gegen Magersucht

Bekannt geworden ist Oliviero Toscani durch die Benetton-Werbekampagnen, die er von 1982 bis 2000 entwarf. Nach einer Werbekampagne gegen die Todesstrafe in den Vereinigten Staaten beendete er seine Zusammenarbeit mit Benetton, nachdem sich Benetton-Mitbegründer Luciano Benetton öffentlich von ihr distanziert hatte. Danach rüttelte er die Öffentlichkeit mit einer provokativen Kampagne, die ein angemagertes Model zeigte, gegen die Magersucht auf.

Toscani hat trotz seiner erfolgreichen Karriere noch nicht alle Bilder geschossen, die er sich wünscht. «Ich würde mich noch am liebsten selbst als Toter fotografieren. Ich weiss nicht ob das möglich sein wird, aber vielleicht schon», sagte der 68-jährige Künstler im Interview mit dem Monatsmagazin «Maxim».

SDA/phz

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