Leonardo heute: Wie Da Vinci unseren Alltag prägt

Er beflügelte Bill Gates, Dan Brown oder Beyoncé: Zum 500. Todestag von Leonardo da Vinci eine Sammlung über seine Nachwirkung.

Edelselfie vor Leonardos «Mona Lisa»: Beyoncé und Jay-Z. Foto: Sony Music

Edelselfie vor Leonardos «Mona Lisa»: Beyoncé und Jay-Z. Foto: Sony Music

Er malte das bekannteste Lächeln der Welt. Doch Leonardo da Vincis «Mona Lisa» entfaltete ihre Wirkmacht erst im 19. und 20. Jahrhundert. Die leise lächelnde Frau wendet sich dem Betrachter wissend zu, hinter ihr entfaltet sich die Welt. In Zeiten beginnender Frauenemanzipation verunsicherte «Mona Lisa» ihre Bewunderer, die sich von der vermeintlichen Femme fatale «verspottet» fühlten (Théophile Gautier) und sie für einen Vampir hielten, der die «Geheimnisse des Grabes» (Walter Pater) kenne.

Leonardo war der berühmteste aller Frauenmaler – und doch lebte er bald vor allem als Ingenieur fort. Da Vinci soll die Erfindungen der Moderne vorweggenommen haben – auch wenn viele Entwürfe des Künstlers wenig funktionstüchtig sind. Inzwischen heisst nicht nur der Flughafen in Rom wie der Renaissancekünstler, sondern auch der grösste italienische Luftfahrt- und Rüstungskonzern. Nach Leonardo ist ein anatomisches Detail des Herzens benannt; zahllose Hochschulen, Projekte und Programme des Wissenschaftsbetriebs hören auf seinen Namen. Krankenkassen werben mit seinem «Vitruvmann» in Kreis und Quadrat (und entstellen ihn dabei mit Chipkarten über der Scham). Der Universalkünstler ist zur Chiffre für Wissensdurst und Innovation geworden, egal zu welchem Zweck. An seinem Todestag in Amboise ehren ihn die Staatsoberhäupter Italiens und Frankreichs nicht nur als Künstler, sondern auch als die grosse Sehnsuchtsfigur der Gegenwart.

Jeder Maler malt sich selbst, sagt Leonardo. Und jeder seiner Verehrer malt seinen eigenen Leonardo, so bedeutungsoffen ist da Vincis Werk. Die folgende Sammlung erzählt vom schillernden Nachleben des Renaissancemannes, der Bill Gates und Dan Brown, Beyoncé und Vladimir Nabokov, Modemacher und Fahrradfahrer gleichermassen beflügelt. Kia Vahland

Codex SiliconDer Geist der Innovation

Google-Gründer Sergey Brin wäre gerne Leonardo da Vinci gewesen. Sagt er. Facebook-Chef Mark Zuckerberg und der verstorbene Apple-CEO Steve Jobs liessen sich immer gerne mit Leonardo vergleichen. Und Microsoft-Gründer Bill Gates ersteigerte 1994 da Vincis Codex Leicester, den viele als einen der wichtigsten erhaltenen Kodizes Leonardos einschätzen, weil in der Sammlung wissenschaftlicher Betrachtungen einige grundlegende Gedanken zur Geophysik und der Dynamik des Wassers stehen. 30,8 Millionen Dollar bezahlte Gates damals und machte den Codex Leicester damit zum bis heute teuersten Manuskript aller Zeiten.

Heute in Bill Gates' Besitz: Da Vincis Codex Leicester. Foto: Wikipedia

Was im Wertesystem des Silicon Valley noch mehr zählt als die historische Bedeutung. Die Suche nach Nähe zum Genius der Renaissance ist nachvollziehbar. Weil die Titanen des Silicon Valley mit den zunehmenden Milliarden von einem immer deutlicheren Allmächtigkeitsgefühl beschlichen werden, würden sie sich in der Weltgeschichte gerne auf Augenhöhe mit Leonardo positionieren. Bisher fallen die historischen Vergleiche zwischen dem Florenz zur Zeit Leonardos und dem Silicon Valley (und da gibt es sogar schon einige) noch wenig schmeichelhaft aus. Zwischen den kunstgeschichtlichen Meilensteinen und Grundlagen der modernen Wissenschaft klafft zur schnöden Infrastruktur der digitalen Medien eben trotz der Börsenrekorde doch noch eine gewaltige Kluft der historischen Leistung. Andrian Kreye

Vuitton & VinciJeff Koons und die Logo-Kunst

Als Jeff Koons Handtaschen von Louis Vuitton mit Motiven von Künstlern wie Van Gogh, Rubens oder eben da Vinci dekorierte, wirkte das in der Modewelt wie ein schockierender Schachzug des US-Künstlers, der seit Auktions- und Galerierekorden als einer der teuersten Zeitgenossen gilt. In Interviews musste Koons erklären, warum er nicht einfach seine eigenen chromglänzenden Skulpturen oder die von ihm verfremdeten Comicfiguren verwebte. Doch wäre das ausreichend gewesen für einen wie Koons, der nicht nur als Künstler, sondern auch als Vermarkter seines Werks Ausserordentliches geleistet hat? So einer weiss, dass Handtaschen nicht nur Luxusartikel sind, sozusagen die Aushängeschilder der Fashion-Industrie, sondern auch kleine Werbeflächen, die spazieren getragen, als It-Bags ernsthaft diskutiert und popularisiert später millionenfach kopiert werden.

Wirkte wie ein Schick: Louis-Vuitton-Handtasche mit Da-Vinci-Motiv. Foto: Keystone

Schon deswegen gehört für einen Koons da nicht das Selbstzitat drauf, sondern eine höherwertige Message: «Ich würde mir wünschen, dass jemand, der die Strassen herunterläuft, in einem reflexiven Prozess versteht, dass ich in dieser Verbindung die Humanität an sich feiere.» Es klingt, als habe Jeff Koons die Kollegen da Vinci und Louis Vuitton persönlich ins Studio geladen, drei Meister unter sich. Weswegen nun auf dem Gesicht der «Mona Lisa» in chromglänzender Ausführung drei Logos prangen: da Vinci (in Versalien), das verschlungene LV (für Louis Vuitton) und das im gleichen Stil ausgeführte JK, rechts unten, da, wo die Signatur hingehört. Statt eine Handtasche zu veredeln, hat Koons die «Mona Lisa» auf die Strasse gebracht, für sich reklamiert – und noch einmal signiert. Catrin Lorch

Hätte, hätte ...Der erfundene Erfinder

Es funktioniert nicht. Diese Aussage gilt für viele der gezeichneten Ideen Leonardos, mit denen er angeblich schon moderne Techniken wie den Hubschrauber erfunden hat. Besonders die Zeichnung eines Fahrrades, die zwischen zugeklebten Seiten im Codex Atlanticus auftauchte, machte im Jahr 1974 Furore. Aber die Skizze gilt heute als Fälschung. Ein Forscher, der zuvor die Handschrift durchleuchtet hatte, konnte an derselben Stelle nur zwei Räder erkennen. Es stimmt zwar: Leonardo hatte «mit Kette und Zahnrädern alles beieinander, um ein Fahrrad zu erfinden», erklärt Matthias Eckoldt in seinem aktuellen Buch «Leonardos Erbe».

Gilt heute als Fälschung: Vermeintliche Skizze von da Vinci. Foto: oh

Es fehlt nur der Beleg, dass er es wirklich tat. Doch seitdem man erst im 19. und 20. Jahrhundert Leonardos Natur- und Mechanik-Skizzen wiederentdeckte, wollte man unbedingt vom Genie der Renaissance immer noch mehr haben: Die Nachwelt verlangte Produktreife. Leonardo interessierte sich für die Strömung des Wassers, die Anatomie oder den Vogelflug. Und er wollte sich dem Herrscher von Mailand als Militäringenieur andienen. Oft war er nah dran an der richtigen Theorie, vieles blieb aber Entwurf. In seinem Nachlass fand man keine funktionstüchtigen Modelle. Dass der spätere Erfinder-Kult selbst so viel erfunden hat, macht allerdings Leonardos Meisterschaft im technischen Zeichnen, seine räumliche Fantasie, seine wissenschaftliche Neugier nicht kleiner. Johan Schloemann

Spur der SteineEin Brückenstreit in der Toskana

Das Ortsschild von Ponte Buriano steht unmittelbar vor der gleichnamigen romanischen Brücke, die nördlich von Arezzo den Arno überspannt. Sie steht dort seit dem späten 13. Jahrhundert und hat schon viel gesehen, zum Beispiel Michel de Montaigne auf Italienreise. Seit einigen Jahren hat das Ortsschild Gesellschaft bekommen. Von einem Plakat blickt die «Mona Lisa» auf die Reisenden. Ein weisser Kreis hebt die Landschaft hinter ihrer linken Schulter hervor. In seinem Zentrum steht eine romanische Brücke. Diese Brücke werden Sie gleich überqueren, sagt das Plakat.

Die Brücke hinter der Mona Lisa? Ponte Buriano bei Arezzo. Foto: Wikipedia

Es ist leicht, über solchen Lokalpatriotismus zu spotten und über das Verlangen, in einer Landschaft der Kunst partout den Widerschein eines Stücks Wirklichkeit auszumachen. Aber wer den Amateurhistorikern zuhört, wenn sie über die Gioconda-Brücke debattieren, wird viel über die Aufenthalte Leonardos in dieser Gegend erfahren, über seine hydraulischen Studien zu den Flussläufen, über die in Windsor liegende Karte, die er vom Val di Chiana zeichnete, über die «Balze», die Mini-Canyons des Valdarno. Wer in Ponte Buriano den Arno überquert hat, auf den wartet wenige Kilometer flussabwärts der einzig erhaltene verwitterte Bogen einer Brücke, die von ihren Anhängern im nahen Laterina ebenfalls zum Modell für die Landschaft hinter der Gioconda erklärt wird. Digital ergänzt, ist die Ruine des Ponte Romito in der Tat ein ernsthafter Kandidat. Lothar Müller

Dope & DämonDer Künstler als TV-Serienheld

«Möchtest du mit mir rauchen, Leonardo? – Kommt darauf an, was in der Pfeife ist.» Das ist der Auftakt zu «Da Vinci's Demons», einer amerikanisch-britischen Historienserie von 2013. Sie erzählt das fiktive Mantel-und-Degen-Coming-of-Age eines Renaissance-Genies, ohne sich um Leonardo, die Renaissance oder irgendeinen Realismus schmerzlich viele Gedanken zu machen. Die Zutaten zu diesem Fantasy-Fummel stammen von Superheldenfilmen, gewürzt mit etwas Sherlock Holmes, dazu zeitloser Kostüm-Gothic und Cyberpunk.

Fantasy-Fummel mit viel Nahkampf: Da Vinci's Demons. Foto: PD

Damit er das aushält, versorgt der Guru-Kiffer Leonardo gleich zum Auftakt unaufgefordert mit halluzinogenem Dope. Es gibt, alles bereits in der ersten Folge, einen Feuerwerkskarneval zu Ostern, viel nacktes Frauen- und Männerfleisch, ein Mädchen mit Ganzkörper-Drachen-Tattoo, böse, bigotte Kardinäle, Fürsten, Päpste, die ihrer Knabenliebe frönen, gerne in Kirchenschiffen, die man als Swimmingpools hergerichtet hat. Ab und an fallen Namen wie Borgia, Medici, Papst Sixtus. Doch um Geschichte geht es hier nicht, eher um – Dan Brown lässt grüssen – einen mysteriösen Geheimbund, eine apokryphe Schrift, und auch ein bisschen um Kriegsmaschinen und eine Weltverschwörung, die von volllippig-rauchigen Agentinnen über Tisch, Bett und Kirchenbänke hinweg exekutiert wird. Das alles in drei Staffeln mit 28 Episoden, zum Glück nur bis 2015. Bernd Graff

Die Hand JesuNabokov zitiert das «Abendmahl»

In seinen Vorlesungen über russische Literatur sagte Vladimir Nabokov, Literatur sei «keine Anordnung von Ideen, sondern eine Anordnung von Bildern». Ob er die Ideenwelten aus Leonardo da Vincis Zeichnungen und Gemälden im Umkehrschluss auch als Literatur hätte gelten lassen? Eine Vorlesung über da Vinci, die Nabokov 1942 hielt, ist verschollen. Wahrscheinlich ist ein Grund für die in seinem Werk immer wiederkehrenden Motive da Vincis gerade die Überwindung der Grenzen zwischen den Künsten wie zwischen Kunst und Wissenschaft. Nabokov, Schriftsteller, Dozent, Schmetterlingsforscher, und da Vinci, Maler, Erfinder, Anatom, treffen sich schon in der Grenzenlosigkeit ihrer überbordenden Interessen.

Da Treffen sich zwei Grenzenlose: Vladimir Nabokov bewunderte da Vinci. Foto: Wikipedia

Neben den direkten Bezügen, wie einem Gedicht über «Das Abendmahl», gibt es bei Nabokov eine Tendenz zum Denken in Bildern, die massgeblich auf da Vinci und andere alte Meister zurückgeht. «Lolita» ist schon auf der ersten Seite eine schillernde Folge von bildgleichen Variationen des unter anderem zur Ikone stilisierten Mädchens Dolores Haze. Und Nabokovs Werk ist voller letzter Abendmahle – manchmal ist es nur eine Geste, wie die ausgestreckte Hand Jesu, die er versteckt zitiert. Für Nabokov wie für da Vinci sind auch die Bilder nicht nur Anordnungen von Ideen, sondern selbst wie Anordnungen von Bildern – von Dingen, die sich nicht beschreiben, sondern nur zeigen lassen. Nicolas Freund

HohlspiegelOben Passanten, unten der Dreck

Visionär war Leonardo als Architekt durch seinen Mut zu Utopien, auch wenn genau das der Grund war, warum all seine Pläne Papier blieben. Doch in Zeiten immer neuer Bauauflagen wünscht man sich mehr Leonardo und weniger Norm. Schliesslich tüftelte er an Ideen, die erst Jahrhunderte später Realität werden sollten (und bediente sich dabei durchaus gewöhnungsbedürftiger Methoden, etwa, wenn er Leichen den Schädel aufsägte, um die ideale Kuppelform zu finden). Zukunftsweisend wirkt Leonardos Idee einer funktionalen Stadt. Schockiert von den Pestepidemien, entwarf er eine Architektur, die diese Seuche verhindern, am besten den Menschen gesünder leben lassen sollte. Seine Antwort auf die Pest: radikal aufräumen. Müll und Kot sollten nicht mehr in den Fluss gekippt, sondern abtransportiert werden, durch neue Strassen sollten die Häuser mehr Licht bekommen. Ausserdem schwebte dem Künstler eine Funktionstrennung vor: oben flanieren, unten die Ochsenkarren schieben.

Vision einer CO2-neutralen Stadt: Solarpanels bei Masdar City. Foto: Keystone

Wer diese Idee weiterdenkt, ist schnell bei der Moderne, aber auch bei Masdar City, der Vision einer CO2-neutralen Stadt in Abu Dhabi, wo der Masterplan den Verkehr in den Untergrund verbannt hat. Strom soll hier vor allem ein gewaltiges Solarpaneel-Feld liefern. Kann es da Zufall sein, dass schon Leonardo damit experimentierte, wie Sonnenlicht und Hohlspiegel Energie erzeugen könnten? Laura Weissmüller

GotteslästererDan Brown sucht den Skandal

Dan Browns erstes erfolgreiches Buch hiess «Illuminati», für den Folgeband kramte er in seinen Unterlagen auf der Suche nach einem Motiv, das einen weiteren Verkaufsschlager garantieren würde. So kam er auf Leonardo Da Vinci. Er baute einen Thriller rund herum um eine vermeintlich in Da Vincis Abendmahl versteckte Geheimbotschaft – «The Da Vinci Code» hiess der Roman «Das Sakrileg» im Original: Auf dem Sicherheitsglas der «Mona Lisa» im Louvre entdeckt Browns Held, der Symbolforscher Robert Langdon, eine Nachricht, die ihn, nach einer Schnitzeljagd durch halb Europa, zum Heiligen Gral führt – über Da Vincis «Abendmahl». Der Jünger rechts des Heilands, so Browns Verschwörungstheorie, sei gar kein Jünger, sondern Maria Magdalena, die Jesus eine Stellvertreterin auf Erden gebar. Der Heilige Gral ist – der Mutterschoss.

Mit da Vinci zu Weltruhm: Dan Brown. Foto: Keystone

Dieses Buch machte aus dem Englischlehrer Dan Brown einen der erfolgreichsten Schriftsteller aller Zeiten. Der Vatikan war entsetzt und beauftragte einen Kardinal, «Das Sakrileg» auseinanderzunehmen. An der Sache mit der Weiblichkeit ist zwar auf dem «Abendmahl» nichts dran, aber im weiteren Sinne vielleicht schon: Es spielt für da Vincis Malerei eine Rolle, dass er zu Frauen und ihrer Rolle in der Gesellschaft ein für seine Zeit aufgeschlossenes Verhältnis pflegte. Das mag Brown vage erspürt haben. Vor allem aber hat er wohl geahnt, wie hilfreich Skandale beim Bücherverkaufen sind. Susan Vahabzadeh

Selfie-SymbolBeyoncé und Jay-Z im Louvre

Fast 170 Millionen Mal ist das Musikvideo zur Single «Apeshit» von Beyoncé und Jay-Z, dem das hier gezeigte Edelselfie vor Leonardos «Mona Lisa» entnommen ist, seit Juni 2018 abgerufen worden. Es ist nicht bloss ein Musikvideo zu einem eklektischen Avantgarde-R'n'B-Hit, sondern eine sehr selbstbewusste, getanzte Louvre-Führung, vorbei an der «Nike von Samothrake», der «Venus von Milo», Jacques-Louis Davids «Krönung des Kaisers Napoleon und der Kaiserin Josephine» oder Géricaults «Floss der Medusa». Der Louvre hat rund zehn Millionen Besucher im Jahr, das Video kommt lässig auf siebzehnmal so viel. Seine Deutung als Machtdemonstration («first-order power move») machte denn auch schnell die Runde. Aber die zentrale Zeile im Song lautet «Can't believe we made it» – ich kann nicht glauben, dass wir es geschafft haben. Sie lautet nicht triumphalistisch parvenühaft«We made it».

Und die Atmosphäre des Videos ist alles andere als angeberisch, eher würdevoll flamboyant, mit den pastellfarbenen Kostümen, den Tanzeinlagen, bei denen es – wie bei den Meisterwerken der Kunstgeschichte – auf die kleinsten Details ebenso ankommt wie aufs grosse Ganze. Womit man wieder bei Leonardo und seiner «Mona Lisa» wäre, mit der sich Beyoncé und Jay-Z am Anfang und am Ende des Videos zeigen. Die Einstellung ist das ultimative Symbol für die Forderung, endlich die afroamerikanische Kultur in den Kanon aufzunehmen. Aber ist es – angesichts der jahrhundertelangen Ignoranz der Kunstgeschichte – nicht auch beschämend zivilisiert, wie respektvoll sich die beiden schwarzen Pop-Superstars am Ende zur «Mona Lisa» umdrehen, um ihren Blick zu erwidern? Jens-Christian Rabe

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