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Nacktes Selbstbewusstsein

Bislang frönte die Kunst vor allem dem weiblichen Akt. Nun widmen sich zwei Ausstellungen dem nackten männlichen Körper – und sehen in dessen Darstellung die Krise des Mannes gespiegelt.

Manchmal ist es so einfach. «Die Nacktheit ist die Wahrheit», sagt Kuratorin Elisabeth Leopold zum Skandal, den die Ausstellungsplakate zur Schau «nackte Männer» im Vorfeld ausgelöst hat. Stein des Anstosses war das Bild «Vive la France» des Künstlerduos Pierre & Gilles. Zu sehen sind drei Fussballer, unbekleidet, mit baumelnden Geschlechtsteilen. Die Empörung war gross, Eltern sorgten sich um die psychische Gesundheit ihrer Kinder und liefen beim Museum Sturm, sodass man sich gezwungen sah, die Penisse der Männer auf 180 Postern mit einem diskreten Streifen zu überkleben. Dieser Skandal sei nicht intendiert gewesen, gab das Museum zu verstehen, verschaffte der Ausstellung aber grosse Publizität. Schliesslich findet man selten genug ein Werbesujet, über das die Leute sich noch aufregen.

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