Danke, Hanery

Stefan Geissbühlers Kommentar zum Tod der Mundartlegende Hanery Ammann.

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Es sind Pianoklänge für die Ewigkeit – jene im Intro zum Rumpelstilz-Klassiker «D Rosmarie und i». Die perlenden Läufe bringen das grosse musikalische Schaffen ihres Schöpfers auf den Punkt. Nun ist Hanery Amman verstummt. Nur fünf Monate nach seinem Weggefährten Polo Hofer, der so manche Amman-Komposition betextet hat. Zusammen haben Interlakens berühmteste Söhne das wichtigste Kapitel der schweizerischen Pop- und Rockgeschichte geschrieben.

Auf der Bühne variierte Amman das berühmte Intro stets – letztlich auf der Suche nach Perfektion. Ironie des Schicksals: Dieses Streben nach der absoluten Harmonie stand Amman zeitlebens bisweilen im Weg. Er tüftelte lieber in seinem Studio, als im Jahrestakt Tonträger auf den Markt zu werfen. Kommt dazu, dass er seit Jahren an einem hartnäckigen Tinnitus litt – eine Horrorvorstellung für jeden ­sensiblen Musiker.

Was neben den zeitlosen Amman-Songs bleibt, sind aus persönlicher Sicht die Erinnerungen an zahlreiche Begegnungen mit einem äusserst liebenswürdigen Menschen in dessen Heimathafen, dem Goldenen Anker in Interlaken – und an nächtelange Gespräche mit dem Pianisten, der sich sehr für die philosophischen Fragen des Lebens interessierte.

Danke, Hanery. (Berner Oberländer)

Erstellt: 02.01.2018, 21:18 Uhr

Stefan Geissbühler, Chefredaktor «Berner Oberländer» und «Thuner Tagblatt»
stefan.geissbuehler@bom.ch

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