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«Die Collins-Karriere ist zu Ende»

Trotz gesundheitlicher Probleme wagt sich Phil Collins zurück auf die Bühne: Zusammen mit einer Big Band eröffnet der Musiker am Donnerstag das Jazzfestival in Montreux. Wir haben mit ihm gesprochen.

Schwergewicht der Popmusik: Der Sänger und Schlagzeuger Phil Collins.
Schwergewicht der Popmusik: Der Sänger und Schlagzeuger Phil Collins.
Keystone
Von 1970 bis 1997 war Collins Sänger der Band Genesis, hier ein Bild von einem Comeback-Konzert 2007 im Berner Stade de Suisse mit Mike Rutherford (links) und Tony Banks (Mitte).
Von 1970 bis 1997 war Collins Sänger der Band Genesis, hier ein Bild von einem Comeback-Konzert 2007 im Berner Stade de Suisse mit Mike Rutherford (links) und Tony Banks (Mitte).
Keystone
Am Montreux Jazz Festival 2010 sang er mit einer Big Band Songs des legendären Labels Motown.
Am Montreux Jazz Festival 2010 sang er mit einer Big Band Songs des legendären Labels Motown.
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Eigentlich wollte Phil Collins keine Konzerte mehr geben. Der 59-jährige Schlagzeuger und Sänger, der mit der Band Genesis und als Solosänger zu den erfolgreichsten Künstlern der Popgeschichte zählt, leidet seit 2002 unter einem teilweisen Hörverlust und seit einer Halswirbeloperation 2009 unter Taubheitsgefühlen in den Händen. Deshalb beendete der Engländer letzten Herbst seine Livekarriere – nun meldet er sich zurück.

Phil Collins, Sie geben trotz Ihrer gesundheitlichen Probleme einige Konzerte. Warum?Phil Collins: Eigentlich bin ich ja schon zurückgetreten. Als ich 2004 meine «First Finale Farewell»-Tournee plante, dachte ich, es würde die letzte sein – ganz ehrlich. Danach haben wir 2007 die Genesis-Comeback-Tournee gemacht, weil wir uns noch nicht von unserem Publikum verabschiedet hatten. Die Gruppe wurde offiziell ja nie aufgelöst, sondern hatte einfach ihre Aktivitäten eingestellt.

Und nun treten Sie für Ihr neues Album auf die Bühne.Genau. Auf «Going Back» interpretiere ich Lieder des legendären Musiklabels Motown, die mich in meiner Jugendzeit begleitet haben. Dieses Album wollte ich immer schon machen. Es ist beinahe, als wäre es nicht Teil der Phil-Collins-Karriere

Wie meinen Sie das?Die Phil-Collins-Karriere ist vorbei. Das hier ist ein Spezialfall. Bei «Going Back» handelt es sich um einige meiner Lieblingslieder, mit denen ich in den Sechzigerjahren aufgewachsen bin. Die ursprüngliche Idee war, nur ein Konzert zu geben und dieses zu filmen. Aber weil die eigens zusammengestellte Band so gross ist – es sind 19 Leute –, kann man nicht nur eine Show machen. Das hätte viel zu viel gekostet. Wir müssen Leute einfliegen, ihre Hotels bezahlen Mit sechs Shows können wir die Kosten wieder einspielen: Zwei geben wir in einem Club in Philadelphia, drei in New York, und die einzige in Europa ist am Montreux Jazz Festival.

Warum gerade am Jazzfestival in Montreux?Weil ich den Ort liebe! Ich glaube, meine schönsten Erinnerungen habe ich an die Auftritte in Montreux mit einer Big Band. Das war so toll für mich, als ich 1996 mit Tony Bennett und 1998 mit Oleta Adams auftreten konnte.

Welchen Stellenwert hat das Montreux Jazz Festival für Sie heute noch?Montreux ist eines der grössten Jazzfestivals der Welt, obwohl dort leider nicht mehr so viel Jazz gespielt wird wie früher, da viele grosse Jazzmusiker gestorben sind. Umso ausserordentlicher war für mich die Ehre, dass ich 2008 an der Gala zum 75.Geburtstag von Quincy Jones teilnehmen durfte. Ich denke, das Konzert zur Eröffnung des diesjährigen Festivals wird mir auch lange in Erinnerung bleiben. Wer weiss, ob die Band, mit der ich «Going Back» eingespielt habe, je wieder zusammenkommt.

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