«Die Schweiz ist eine grosse Familie»

Der Mann mit der Mundharmonika kommt nach Münsingen. Der «Supertalent»-Sieger Michael Hirte freut sich darauf. In der Schweiz, sagt der 53-Jährige, sei das Publikum besonders herzlich.

«Mit der Mundharmonika kann man Gefühle sehr gut ausdrücken»: Michael Hirte (53) übt auf seinem Instrument.

«Mit der Mundharmonika kann man Gefühle sehr gut ausdrücken»: Michael Hirte (53) übt auf seinem Instrument.

(Bild: zvg)

Herr Hirte, was wissen Sie über Münsingen?Michael Hirte:Na ja, noch nichts. Ich habe schon mal von dem Ort gehört, aber war noch nie da. Aber in Bern, da war ich schon mal. Ich hatte einen Auftritt da. Dort hat es doch diesen See, ich weiss gar nicht mehr, wie er heisst.

In Bern gibt es keinen See. Sie meinen vielleicht die Aare, den Fluss. Oder den Thunersee, der ist nah.Genau, der Thunersee. In Thun war ich auch schon mal.

Sie spielen regelmässig in der Schweiz. Sind diese Auftritte anders als jene in Deutschland?In der Schweiz ist das Publikum besonders herzlich. Das ist immer ein Erlebnis. Ich habe das Gefühl, die Schweiz sei einfach eine grosse Familie, die Leute sind so herzlich.

Und was haben Sie für diese grosse Familie vorbereitet?Ein tolles Programm mit meiner Band und meiner Sängerin. Und mit der Mundharmonika gibt es an den Schweizer Konzerten viele Highlights und neue Lieder, die man in dieser Art und Weise noch nicht erlebt hat.

Man hört, Sie haben starkes Lampenfieber.Ja, das habe ich.

Was tun Sie dagegen?Na ja, ich mische mich vor den Auftritten immer unters Publikum. Ich grüsse die Leute. Aber es hilft nichts. Wenns dann losgeht, wirds etwas weniger. Ich bin aber immer noch bei jedem Titel aufgeregt und hoffe, dass alles klappt. Bei mir ist ja alles live.

Sie sind einer der wenigen Castingshow-Sieger, die über viele Jahre erfolgreich geblieben sind. Woran liegt das?Das ist viel Arbeit. Man muss einfach immer was machen und für seine Fans da sein, dann geht das auch. Und die richtigen Leute an seiner Seite haben, die einem weiterhelfen und einen nicht ausnutzen wollen.

Bevor Sie 2008 «Supertalent»-Sieger wurden, haben Sie viele Schicksalsschläge erlebt. Schwerer Unfall, Koma, lange Arbeitslosigkeit. Hatten Sie manchmal das Gefühl, dass die Leute Ihre Alben aus Mitleid kaufen?Nö. Wegen meiner Musik.

Was macht Ihre Musik aus?Mit der Mundharmonika kann man Gefühle sehr gut ausdrücken. Wenn ich eine Melodie spiele, verbinde ich sie mit einer Erinnerung. Wer zuhört, kann diese Erinnerung mit mir teilen.

Würden Sie noch einmal bei einer Castingshow mitmachen?Ja, auf alle Fälle.

Nach Ihrem Sieg konnten Sie kaum mehr auf die Strasse, alle wollten etwas von Ihnen. Hat sich das gelegt?Nein, das ist immer noch so. Aber da gewöhnt man sich dran. Und ich bin ja froh, wenn man mich noch kennt.

Dieses Jahr haben Sie in Deutschland Schlagzeilen in der Klatschpresse gemacht. Sie ­haben sich von Ihrer Frau Jenny getrennt.Dazu sage ich nichts mehr. Wir haben uns auseinandergelebt und fertig. Privates bleibt bei mir jetzt privat.

Darf ich trotzdem noch fragen, welche Musik Sie derzeit privat am liebsten hören?Meine CDs. Darf ich noch was ­anderes sagen?

Gern.Ich möchte alle Schweizer Fans herzlich grüssen. Ich werde mich bei den Auftritten persönlich bei allen bedanken, die damals beim «Supertalent» für mich angerufen haben, bei allen, die an meine Konzerte kommen und meine CDs hören. Danke, dass es euch gibt!

Live: Mi, 20. Dezember, 20 Uhr, Schlossgutsaal, Münsingen. Fr, 22. Dezember, 20 Uhr, Konzertsaal, Solothurn. Weitere Schweizer Konzerte in Wil SG und Küssnacht am Rigi.

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