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Ein wilder Hund!

Bubi Eifach ist die Berner Mundartrockband der Stunde. Aber erst in der Nachspielzeit.

Spätestens beim Doors-Cover herrschte Glückseligkeit.
Spätestens beim Doors-Cover herrschte Glückseligkeit.
Martin Burkhalter

Das Lächeln schelmisch, die Haltung aufrecht, im Blick ein stetes gefährliches Blitzen: Bubi Rufener ist ein wilder Hund. Die Leute fressen ihm aus der Hand, wenn er Sätze sagt wie: «I bi zwar mängisch es Arschloch. Aber i ha eifach gärn Mönsche. Würklich!» Und dann weiter: «Nume nid z ärnst, es isch aus bubi eifach.»

Und wenn Bubi Rufener ruft, ja dann kommen die Leute eben auch. Und zwar in Scharen. So viele, dass sich die ISC-Betreiber am Wochenende gleich an zwei Abenden über ein volles Haus freuen konnten. Und so standen sie dann da, die 200 erwartungsschwangeren Leute, und waren bereit für Ausschweifung und Ausbruch.

Der Videoclip zu «Für aui Dumme vo morn».(Quelle: Youtube/bubieifach)

Bubi Rufener, 50 Jahre alt, war schon mit der Psychedelic-Rock-Band Bishop’s Daughter oder dem Trip-Hop-Projekt Boob erfolgreich. Bubi Eifach aber, mit Oli Hartung an der Gitarre, Ere Gerber am Bass und Gere Stäuble am Schlagzeug, ist die Band der Stunde für all jene, die ihren Mundartrock gerne mit Punkeinschlag serviert bekommen.

Seit letztem Herbst haben sie die dritte Platte draussen, sie heisst «Album 4» und hat nur Lobeshymnen eingeheimst. Seither tourt die Band durch die Schuppen und beglückt Berner-Rock-Fans – so auch im ISC.

Am Schluss waren die Hemden nass, ein Verstärkerkabel gerissen, die Zuschauer selig und durstig. Bis zu den Zugaben spielten sie 17 Songs – von «Bbbitte» zu «Motzi», von «Tanzmarie» zu «Gschisse druf», eigentlich die ganze neue Scheibe plus ein paar Highlights der letzten Platten. Kein Wunsch blieb übrig, von Punk zu Rock ’n’ Roll zu Balladen und Ska. Alle kamen auf ihre Kosten und durften jenen, die da hetzen und diskriminieren in dieser Welt, gemeinsam mit Bubi Rufener den verbalen Mittelfinger zeigen.

Der Videoclip zu «Tanzmarie».(Quelle: Youtube/bubieifach)

Ein perfekter Abend unter Gleichgesinnten – eigentlich. Leider dauerte all das Perfekte immer nur ziemlich genau 3 Minuten und 40 Sekunden. Immer dann, wenn das Blut gerade zu kochen begann, ein perfektes Gitarrensolo von Oli Hartung einem die Nackenhärchen kräuseln liess, war der Song und somit der Spass auch schon wieder vorbei. Es schien, als hätten sie es eilig gehabt. Ausschweifung in kleinen Dosen gewissermassen.

Im Fumoir erklärte eine Frau, die von sich sagte, bisher kein einziges Bubi-Konzert ausgelassen zu haben, die Sache: In Bern seien sie immer nervös. Schliesslich würden sie vier Fünftel der Zuschauer beim Vornamen kennen, und Bubi Rufener sei halt ein extremer Perfektionist.

17 Songs also. Dann die Zugaben und endlich Glückseligkeit. 6 Stücke waren es, die sie bis zum Schluss noch anhängten und denen sie nun den nötigen Raum boten: die ausschweifende Rockballade «Jede weiss es» etwa oder das Punkrockstück «Meischtens». Und spätestens nach dem üblichen Doors-Cover dachte man wieder: Hell yeah! Ein wilder Hund, dieser Bubi!

Der Videoclip zu «Meischtens».(Quelle: Youtube/bubieifach)

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