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Eine Welt voller Nachtschatten

Die britischen Alternativrocker Fink setzen auch auf dem neuen Album «Resurgam» auf Mystik. Am Sonntag spielt die Band im Bierhübeli.

Das Albumcover von «Resurgam» ist getunkt in ein tiefes Türkisblau. Wie durch eine Wasserwand zeichnen sich dahinter die Züge eines Mannes mit Bart ab, als wäre er unter Wasser und wollte auftauchen. «Resurgam» ist lateinisch und bedeutet «Ich werde auferstehen».

Fink mochte es schon immer geheimnisvoll – jedenfalls seit Fin Greenall 2006 mit dem Album «Biscuits for Breakfast» die Gitarre entdeckte und damit seine Techno-DJ-Karriere hinter sich liess. Mit Guy Whittaker (Bass) und Tim Thornton (Schlagzeug) formte sich das heutige Trio um Frontmann Greenall. Das kürzlich erschienene Album «Resurgam» enthält zehn Songs – alle wie ­kleine Tore zu verschiedenen Gefühlswelten.

Ungeahnte Emotionen

Fink lassen den Klängen freien Lauf wie Wellen auf See. Während Akkorde elektronisch verzerrt werden, Songs über plötz­liche Rhythmuswechsel stolpern oder überraschend die Tonart wechseln, eröffnet sich ein Wechselbad der Gefühle. Thematisch wandern Fink zwischen End­lichkeit des Lebens («Day 22»), Alltagsmelancholie und Liebe («There’s Just Something About You»). Dabei setzen sie nicht auf virtuose Gitarrensolos und massentaugliche Rockmelodien, sondern immer wieder auf Stille zwischen intensiven Klangmomenten und auf die Wirkung der ausklingenden Instrumente.

Mit Instrumenten gesprochen

Die Botschaften der Songs wirken oft verschlüsselt. Erwarten sollte man keine klaren Aussagen und Fragen, sondern vielmehr fallengelassene Gefühlsmomente in metaphorischer Sprache und Bruchstücke aus einem Bild, das man selbst vervollständigen soll.

Die Musik stützt diese Sprachbilder, wie etwa im Titelsong «Resurgam», durch den sich die Bassdrum wie ein Herzschlag zieht. Das Wort «resurgam» wird ­ritualähnlich wiederholt, gefolgt von seiner englischen Übersetzung «I will rise up». Zur bass­lastigen Basis zu Beginn des Songs mischen sich das metallische Mahlen eines Schlagzeug­beckens, ein mystisches Xylofon und eine E-Gitarre. Alles verweilt auf diesem Höhepunkt, bevor die Melodie wieder abflaut.

Fin Greenalls mal gebroche­ne, mal durchdringende Stimme wirkt schnell vertraut. Die Songlandschaft von Fink ist wie eine Welt voller Nachtschatten: düster, aber voller Formvielfalt: Das elektronische «Covering Your Tracks» wirkt durch den nervösen Synthesizer fast bedrohlich, während sich im pianolastigen «Word to the Wise» träge Traurigkeit entlädt.

«Resurgam» ist aber nicht nur düster: Das Album verabschiedet sich mit dem positiven «There’s Just Something About You» – ein kräftiger Liebessong in Zeitlupe. Die Vorgängeralben von «Resurgam» waren etwas weniger elektronisch. Wie die Band ihre neuen Songs live umsetzt, dürfte auch für treue Fans interessant werden.

Fink: Konzert am 29. 10., 19.45 Uhr, im Bierhübeli, Bern. Tickets: www.ticketcorner.ch.

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