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Led Zeppelin? Nein, danke.

Mit Led Zeppelin schrieb Robert Plant einst Rockgeschichte. Heute konzentriert er sich trotz Millionenangeboten für eine Wiedervereinigung auf eigene Projekte, und blickt an seinem 65. Geburtstag lieber nach vorn.

Die Rolling Stones, die Eagles, The Police – sie alle liessen sich überreden. Aus Spass, oder aber zum Geldverdienen sind sie in den vergangenen Jahren auf die Bühne zurückgekehrt. Mit teils mehr als 40 Jahre alten Hits verdienen sie heute wieder Millionen und füllen weltweit Konzerthallen.

Auch an Robert Plant ist schon kräftig gebaggert worden. Eine Wiedervereinigungs-Tour von Led Zeppelin dürfte viele Millionen einbringen. Doch der Brite bleibt standhaft. Für ihn zählen Gegenwart und Zukunft, und nicht der Blick zurück, betont er immer wieder. Am 20. August wird der einstige Leadsänger einer der erfolgreichsten Rockbands aller Zeiten 65 Jahre alt.

Auch wenn Led Zeppelin hinter ihm liegt, Plant selber ist regelmässig auf Bühnen zu sehen und zu hören. Seit den 1980er-Jahren verfolgt er seine Solokarriere, experimentierte mit Weltmusik und Blues, und widmet sich bis heute neuen Einflüssen.

Ein einziges Konzert 2007

Die regelmässig gestellte Frage, warum er sich einer Led-Zeppelin-Tour widersetze, obwohl seine früheren Bandkollegen Jimmy Page und John Paul Jones nicht abgeneigt sind, wehrt er mit immer neuen Argumenten ab.

Für ein einziges Konzert in London kamen Plant, Page, Jones und der Sohn des früheren Schlagzeugers John Bonham, Jason Bonham, 2007 wieder zusammen. Mehr als 20 Millionen Menschen bemühten sich im Internet um Karten, die meisten wurden enttäuscht. Von Musikkritikern wurde der Auftritt frenetisch gefeiert.

Bonhams Tod bedeutet das Ende der Band

Erstmals hatten «Page & Plant», wie die Köpfe hinter den «Zeps» gerne in einem Atemzug genannt werden, Ende der 1960er-Jahre zusammengefunden. Page hatte bereits mit den Yardbirds den Erfolg gekostet, Plant tingelte noch als Sänger bei kleineren Bands durch Mittelengland.

Page war von Plants aussergewöhnlicher Stimme sofort fasziniert. Bis heute ist Plant dafür bekannt, die unterschiedlichsten Gefühle – von düster und mystisch bis hin zu seinen charakteristischen hohen Tönen – stimmlich überzeugend rüberbringen zu können.

Hits wie «Whole Lotta Love» und vor allem das legendäre «Stairway to Heaven» machten sie zu einer der bekanntesten und erfolgreichsten Bands aller Zeiten. Sie gelten als Pioniere des Heavy Metal, auch wenn Plant selber immer wieder erklärt, dass sie mehr Einflüsse aus dem Blues als aus dem harten Bereich übernommen hätten.

Legendär sind Plants exzentrische Outfits, seine engen Hosen und die goldene Lockenmähne. Er prägte wie kaum ein anderer das Bild vom «Rock-Gott». 1980 starb Schlagzeuger John Bonham nach einer Alkohol- und Drogenüberdosis. Es war das Ende von Led Zeppelin.

Plant braucht Led Zeppelin nicht

Vor rund drei Jahren brachte Plant sein Album «Band of Joy» heraus, regelmässig gibt er Konzerte, Erfolg ist weiter gegeben. Spielt er einmal alte Hits, dann interpretiert er diese neu, etwa mit afrikanischen Trommeln.

Greg Kot, Musikkritiker bei der «Chicago Tribune», hält eine Wiedervereinigung aus mehreren Gründen für ausgeschlossen. Zum einen brauche Plant das Geld nicht wirklich. Zum anderen habe er eben seine eigene, neue Musik: «Es sieht so aus, als brauche er Led Zeppelin noch weniger.»

SDA

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