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Nina Hagen: «Ich habe Gott die ganze Nacht ins Gesicht geschaut»

Sie ist schrill, exzentrisch und gläubig: Nina Hagen hat das Christentum wieder für sich entdeckt. Ihre neue CD «Personal Jesus» ist eine musikalische Liebeserklärung an Gott. Ein Gespräch über Jesus, LSD und glorreiche Tanten.

Nina Hagen auf der Bühne wie sie leibt und lebt.
Nina Hagen auf der Bühne wie sie leibt und lebt.
Keystone
Politisch aktiv: Rocksängerin Nina Hagen posiert am Samstag, 30. August 2008, am Bundeswehr-Fliegerhorst in Büchel während einer Demonstration gegen US-Atomwaffen.
Politisch aktiv: Rocksängerin Nina Hagen posiert am Samstag, 30. August 2008, am Bundeswehr-Fliegerhorst in Büchel während einer Demonstration gegen US-Atomwaffen.
Keystone
...oder doch nicht? Nina Hagen kann auch «normal» aussehen.
...oder doch nicht? Nina Hagen kann auch «normal» aussehen.
Keystone
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Fast wirkt sie ein wenig verloren, wie sie so da sitzt, auf der Terrasse eines Zürcher Hotels. Als Gegenüber bloss einen Ventilator, der die Mittagshitze verweht. Nina Hagen, schwarz gekleidet, die Augen mit Kajalstift dick umrandet, wartet auf das nächste Interview. Sie wirkt klein, trotz Domina-Stiefeln mit wahnwitzigem Bleistiftabsatz. Und zierlich, trotz voluminösem Minirock, einer Unmenge an Haar und neongelben Federboas auf dem Kopf. Die 55-jährige Punklady spricht viel und schnell, wenn sie in Fahrt gerät – und sie gerät schnell in Fahrt. Kommt eine Frage überraschend, presst Nina Hagen die dick eingefärbten Lippen nachdenklich aufeinander. Ist ihr ein Wort besonders wichtig, zieht sie es genüsslich in die Länge oder verstellt die Stimme wie Kermit, der Frosch. Trotz des kindlichen Temperaments: Nina Hagen wirkt reflektiert, manchmal ein bisschen traurig, herzlich, ja mütterlich gar. Und trotz aller Exzentrik berührend ehrlich.

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