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Regisseur Patrice Chéreau verstorben

Der Franzose war einer der renommiertesten Theater-, Opern- und Filmregisseure Europas.

Wurde 1976 international bekannt: Chéreau am Filmfestival in Venedig. (5. September 2005)
Wurde 1976 international bekannt: Chéreau am Filmfestival in Venedig. (5. September 2005)
Keystone

Chéreau starb im Alter von 68 Jahren in Paris an Lungenkrebs, wie die Zeitung «Le Monde» am Montagabend unter Berufung auf Familienangehörige berichtete. Mit ihm hat Frankreich einen seiner wichtigsten Regisseure verloren.

Patrice Chéreau galt in Frankreich als Wunderkind des Theaters und der Bühne. Er war einer der renommiertesten Regisseure des Landes, viele seiner Inszenierungen sind unvergesslich. Legendär wurde beispielsweise sein «Ring des Nibelungen» zum 100-jährigen Bestehen der Richard-Wagner-Festspiele in Bayreuth 1976. Auch für seine Filme wurde der Franzose gefeiert. Für die Beziehungsgeschichte «Intimacy» gewann er 2001 auf der Berlinale den Goldenen Bären.

Sein Tod löste ihn Frankreich grosse Betroffenheit aus. Staatspräsident François Hollande würdigte Chéreau als einen der grössten Künstler des Landes. Ex-Kulturminister Jack Lang ehrte ihn als Dichter und Maler der Bühne. Für Stéphane Lissner, derzeitiger Intendant der Scala i n Mailand und Ex-Festivalleiter in Aix, war er «ein Genie».

Durchbruch als Filmer 1975

Chéreaus Karriere erstreckte sich über 40 Jahre. Als Theaterregisseur inszenierte er bedeutende Werke der Musikgeschichte, darunter Wolfgang Amadeus Mozarts «Don Giovanni», «Tristan und Isolde» von Richard Wagner und «Hamlet» von Shakespeare.

Als Filmregisseur schaffte Chéreau seinen Durchbruch im Jahr 1975 mit dem Krimi «Das Fleisch der Orchidee», dessen Drehbuch er auch schrieb. Zu seinen grössten Leinwanderfolgen gehört der vielfach ausgezeichnete Historienfilm «Die Bartholomäusnacht» mit Isabelle Adjani in der Hauptrolle aus dem Jahr 1994.

Für viel Aufsehen sorgte sein preisgekrönter Film «Intimacy», der von einer Beziehung handelt, bei der es nicht um Gefühle geht, sondern nur um Sex. Für das Drama gewann er 2001 auf der Berlinale den Goldenen Bären. Zwei Jahre später wurde er für Drama «Sein Bruder» mit dem Silbernen Bären für die beste Regie ausgezeichnet. Trotz seiner Krankheit, gegen die er seit zwei Jahren kämpfte, arbeitete Chéreau lange weiter. Erst vor wenigen Monaten wurde er im Juli auf dem Festival im südfranzösischen Aix-en-Provence für seine Neuinszenierung der «Elektra» von Richard Strauss gefeiert.

SDA

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